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Der Fahrplan des DPRG Takeoff 2021
02.02.2021   News
Nächster Halt Unter den Linden: Das war der DPRG Takeoff 2021
Der erste virtuelle Jahresauftakt der DPRG war mit zahlreichen Themen besetzt, gut besucht und intensiv. Das aktive Netzwerk setzte ein deutliches Zeichen: „Wir sind hier.“
„Wir tun das, was wir jedes Jahr beim DPRG Takeoff machen“, sprach Sebastian Vesper vom Medienfachverlag Oberauer am Mittag des 28. Januar zum Auftakt des Plenums in seinen Bildschirm: „Wir bauen den Rahmen, und die aktiven Cluster des Netzwerks füllen ihn – für Mitglieder und Interessierte.“ So funktioniert der Jahresauftakt des Berufsverbands bereits seit 2018: Aktive gestalten Sessions rund um ihre Fachthemen, das Netzwerk trifft sich zum inspirierenden Austausch unter einem Dach in Berlin.
 
Der Takeoff 2020 in der Kulturbrauerei vor einem Jahr war die bislang letzte bundesweite DPRG-Veranstaltung, die live vor Ort stattfand. Seither gab es unzählige digitale Zusammenkünfte – von „lokalen“ Stammtischen, die sich dank des erzwungenen Videokonferenz-Formats längst nicht mehr auf bestimmte Regionen beschränken, bis zu Meetings von Arbeitskreisen und Landesgruppen, auch diese mit teilweise hohen Reichweiten im Digitalen.
 
Digital ist bis auf weiteres das, was eben geht, und freilich vermögen die ständigen Bildschirmkonferenzen echte Begegnungen nicht zu ersetzen. Das konnte auch nicht Anspruch beim Takeoff 2021 in Kooperation mit Argus Data Insights und weiteren Partnern sein, zu dem sich die unerwartet hohe Zahl von 450 Gästen angemeldet hatte.
 
Um den Bezug zur Hauptstadt aufrecht zu erhalten, hatte Daniela Weber, die das Projekt bei Oberauer organisierte, die virtuellen Session-Räume nach Berliner Bahnhöfen benannt. Der Programmablauf mit sieben, teils parallel liegenden Sessions und einer Podiumsdiskussion (natürlich im Hauptbahnhof) fand sich auf einem entsprechend gestalteten „Fahrplan“.
 
Gleich zu Beginn gab es einen Ansturm auf die Station Friedrichstraße. Mit 140 Gästen war diese prall gefüllt. Hier ging es beim Arbeitskreis Akzeptanzkommunikation um „die Mutter aller Kommunikationsziele“ – oder zumindest eine der Mütter, wie sich die Runde einig war. Einen ausführlichen Bericht zu der von Claudia Müller souverän moderierten Session finden Sie hier.
 
Am Kottbusser Tor tagte parallel der Expertenkreis Public Affairs. „Angst vor der Zukunft“, die Polarisierung in der Gesellschaft, dagegen will Volt angehen. Die 2017 gegründete Partei werde „positive Visionen für die Zukunft entwickeln“, so Paul Loeper, Vorstandsvorsitzender Volt Deutschland. Ein europaweiter Staat ist das Ziel. In 2021 geht es aber erst einmal darum, eine größere Bühne für die Politik der Partei zu bekommen.
 
An der Eberswalder Straße diskutierte der Arbeitskreis Media Politics unter dem Titel „Fairness und Transparenz“, was sich bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand ändern müsse. Sandra Pabst und Christiane Lesch segelten entlang der Top-7-Probleme solcher Vorgänge, beispielsweise die Fixierung auf Preise oder die Forderung nach unbezahlten Kreativ-Konzepten. Das vielschichtige Thema soll in den kommenden Wochen vertieft werden, unter anderem mit einem Fachbeitrag auf dprg.de.
 
Am Kottbusser Tor ging es bei Mittelstandskommunikation um die Frage, auf welche Kommunikationsinstrumente kleine Unternehmen setzen. Der „gute Ruf“, für die Thüringer Jahn GmbH ist er der Magnet für Neukunden und neues Personal. „Ehrliche Kommunikation“ und Empfehlungen ziehen diese an. Das Unternehmen lebt Werte wie „Verantwortung“, „Fairness“ und „Vertrauen“. Alles ist auf Langfristigkeit ausgelegt.
 
Um für den erwarteten Andrang beim Thema „318 Tage Krisenmodus bei TUI“ ausreichend Kapazität zu haben, fand sich der Arbeitskreis Krisenkommunikation / Issues Management im Hauptbahnhof ein. „So etwas kann man sich nicht ausdenken“ – TUI-Kommunikator Martin Riecken zeigte in seiner Keynote die Grenzen von Krisenprävention auf. Der Hintergrund der jetzigen Krise sei mit nichts vorher zu vergleichen. Aus dem Sprint wurde ein Marathon, sagte Riecken. Es schlug die Stunde der Führungskräfte, bis hin zum CEO. Sie suchten die Nähe zu ihren Teams, zur Belegschaft. Mehr lesen Sie in einem ausführlichen Bericht.
 
Ein weiteres Highlight war der Workshop zu Corporate Resilience mit Jana Meißner und Thomas Weltner an der Eberswalder Straße. Zum Einsatz kamen abwechslungsreiche kollaborative Methodiken. Ein gemeinsam genutztes Mural Board füllte sich rasant. Unter Laborbedingungen erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielerisch den „Way of Resilience“, die zerstörerische Kraft von Krisen und den Umgang mit ihnen. Am 4. März geht es weiter mit einem zweiten Teil – ein ausführlicher Bericht zum Workshop auf dem Takeoff ist hier zu finden.
 
Die Station Friedrichstraße war Schauplatz der Session Unternehmenskommunikation. Hier ging es um die neue Whistleblower-Richtlinie der EU. Risiken und Herausforderungen für die Unternehmenskommunikation standen auf dem Plan. Deren gibt es so einige. Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern müssen bis zum 16. Dezember 2021 ein Meldesystem einrichten. Auch Behörden und Kommunen sind gefordert. Ein ähnliches Szenario wie bei der Einführung der DSGVO ist schon jetzt absehbar. Denn „99,9 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben die Richtlinie nicht auf dem Schirm“, so Robert Weichert und Erik Fritzsche von WeichertMehner.
 
Zentrales Ereignis war die Plenumsdiskussion „Ein Jahr Corona – was anders bleibt“ mittags am Hauptbahnhof. In drei jeweils zehnminütigen Kurz-Talks beleuchteten jeweils eine Person aus dem DPRG-Bundesvorstand und ein weiteres Mitglied des Netzwerks aus drei Perspektiven, was die Pandemie für den Kommunikationsberuf bedeutet. Die Themen: „Organisationswandel“, „Digitale Debattenkultur“ und „New Work“.
 
Werden Kommunikationsverantwortliche es zukünftig ohne Kenntnisse der Organisationsentwicklung schwer haben, ihren Job gut zu machen, fragte Andrea Montua (MontuaPartner Communications). Jede(r) Kommunikator(in) sollte sich heute fragen, ob er/sie in einer mitmachenden, zuhörenden oder gestaltenden Rolle im Job unterwegs ist, meinte Norbert Minwegen (Sparkasse KölnBonn, Präsident DPRG) dazu. Wer sich auf eine zuhörende Rolle zurückziehe, sollte sich allerdings Gedanken über die eigene Verrentung machen. Ansonsten gelte: Weiterbildung ist absolute Pflicht.
 
Digitale Debattenkultur: Wie sprechen wir in der Öffentlichkeit miteinander und worüber? Was hat sich durch die Digitalisierung für die Unternehmenskommunikation ergeben, fragten Caren Altpeter (Vodafone) und Sascha Stoltenow (Script Consult). Journalisten als Gatekeeper gibt es nicht mehr, alle sind zu Publishern geworden. Blogger sind anerkannte Gesprächspartner. Zudem hat sich die interne Kommunikation grundlegend verändert. Vodafone zum Beispiel veranstaltet jeden Montag einen Townhall-Talk mit dem CEO. Hier findet eine Begegnung auf Augenhöhe statt und genau dies ist durch die Digitalisierung erst ermöglicht worden. Empfehlung: Die Kommunikatoren sollten die technischen Möglichkeiten nutzen, die es gibt. Womit, momentan sicher unvermeidlich, die Sprache auf die neue App Clubhouse kam.
 
New Work: Sie ist Fluch und Segen, befand Sandra Pabst (Sandra Pabst Kommunikation) im Gespräch mit DPRG-Vizepräsident Stefan Hencke (Convensis Group). New Work bedeutet, viel Neues lernen zu müssen. Die Zahl der verfügbaren Tools, Stichwort „Clubhouse“, wächst stetig. Zugleich nimmt die Verantwortung der Kommunikatoren, diese im Blick zu behalten und die Kommunikation zu kontrollieren, zu. Bietet der Einsatz von KI hier eine Lösung? Wenn ja, müssten die Mitarbeiter in der Kommunikation dann nicht anders ausgebildet werden, etwa in Informatik, fragte Hencke. Klar ist, Basiswissen in der IT ist heute ein Muss.
 
Mit dem ersten virtuellen Takeoff wollte die DPRG zu Beginn des zweiten Pandemie-Jahres ein Zeichen setzen: Austausch und Orientierung im Netzwerk sind in diesen Zeiten wichtiger denn je. Konsequenterweise konnten auch Nicht-Mitglieder, die sich in den vergangenen Jahren Tickets kaufen mussten, kostenlos am Jahresauftakt teilnehmen, der diesmal nicht unter einem einheitlichen Dachthema stand, sondern unter dem Motto: „Wir sind hier.“
 
Wie in den Vorjahren fand der DPRG Takeoff 2021 in Kooperation mit Argus Data Insights statt. Ein herzliches Dankeschön gilt auch den diesjährigen Unterstützern Roche Pharma, WeichertMehner und Zalando.