Change: Wie Führung und Kommunikation zusammenspielen müssen
Der DPRG Stammtisch Düsseldorf am 8. September machte deutlich: Change gelingt nur, wenn Führungskräfte wie Mitarbeitende ihre eigene Rolle gleichermaßen verstehen.
Beim Stammtisch der DPRG Landesgruppe NRW stand erneut ein zentrales Thema im Mittelpunkt des Austauschs: Change nachhaltig umsetzen. DPRG-Kollege und Interim Manager Georg Lamerz moderierte die Runde.
Gleich zu Beginn des Abends betonte eine Teilnehmerin: „Der erste Erfolg ist bereits, wenn die Geschäftsführung überhaupt anerkennt, dass Change Management notwendig ist." In der Umsetzung ist zentral, dass sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende ihre Rolle im Change klar verstehen. Entscheidende Fragen, die dabei beantwortet werden sollten: Was kann ich tun, und was habe ich davon?
Dabei gibt es auch Situationen, in denen zu Beginn noch nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen (können). Dann hilft Prozesskommunikation: erklären, warum aktuell noch nicht mehr gesagt werden kann. Entscheidend sind Transparenz und Wertschätzung, ebenso wie Klartext bei Risiken und Chancen des Wandels. Auch hier gilt: Nichts versprechen, was später nicht gehalten wird. Wer von einem „Merger auf Augenhöhe" spricht, obwohl es am Ende eine klassische Übernahme ist, verspielt Vertrauen.
Middle Management als entscheidender Hebel
Dabei nützt die beste Kommunikationsstrategie wenig, wenn sie im mittleren Management stecken bleibt, Stichwort Lehmschicht. Führungskräfte sind im Change der zentrale Multiplikator, darin war sich die Runde einig. Entscheidend ist deshalb, dass sie ihre eigene Rolle und die Notwendigkeit guter Kommunikation verstehen. Dabei kann die Unternehmenskommunikation unterstützen, etwa mit Workshops, Materialien und begleitenden Formaten. Die Geschäftsführung sollte dennoch zu Beginn einmal alle Mitarbeitenden gleichermaßen abholen, um zentrale Botschaften erstmals selbst zu setzen, die die Führungskräfte anschließend verfestigen können.
Erfolg messen
Ob und wie Botschaften ankommen, sollte gemessen werden. Pulse Checks und Mitarbeiterbefragungen bringen dafür die größte Klarheit, sind aber aufwendig und bedürfen teils der Abstimmung mit Arbeitnehmervertretern. Alternativ lässt sich auch bei den Führungskräften selbst nach Feedback fragen: Wie wurde die Botschaft im Team aufgegriffen? Welche Fragen kamen auf? So lässt sich auch nachverfolgen, welche Führungskraft das Thema im Team tatsächlich adressiert hat. Ist das nicht erfolgt, kann die Unternehmenskommunikation nachfragen, woran es lag und wo noch Unterstützung fehlt.
Unterstützende Formate
Neben der zentralen Ansprache durch die Geschäftsführung helfen weitere Formate dabei, Führungskräfte bei der Verankerung des Change zu unterstützen. Oft hilft es schon, bei Townhalls anonyme Fragen zuzulassen und so den Puls der Mannschaft zu messen. Diese Fragen müssen dann aber auch Raum bekommen. Wichtig ist dabei die Balance zwischen Offenheit und zu viel Gewicht für Kritik. Neben Townhalls können auch bewährte Formate wie „Ask me anything", „Direct to", Frühstücks- und Lunch-Talks oder Kaminrunden mit der Geschäftsführung helfen. Der zentrale Aspekt bleibt dabei immer derselbe: in den Dialog treten.
Nächster Stammtisch am 3. November
Der nächste Düsseldorfer Stammtisch findet am 3. November 2026 statt. Dann steht das Thema Führungskräftekommunikation im Mittelpunkt. Den Abend wird Unternehmensberater Kai-Nils Eicke moderieren.