Wenn heute keiner mehr Juniorinnen/Junioren einstellt, woher kommen dann morgen die Seniors?
Gerade in Zeiten von KI und Transformation profitieren Unternehmen von Talenten, die bereit sind, Neues zu lernen.
In den letzten Wochen habe ich viel mit Young Professionals unserer Branche, sowohl Studierende, als auch Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, gesprochen. Fast alle machen sich Sorgen um ihre Karrierechancen. Sie finden keine Einstiegsrollen, keine Stellen als Werkstudierende oder werden gar entlassen.
Es ist noch nicht lange her, da war ich selbst auf Jobsuche nach meinem dualen Studium – mit dem Selbstvertrauen eines Rehs im Scheinwerferlicht. Der Arbeitsmarkt? Katastrophal, sagen alle. Die Wirtschaftslage? Auch nicht besser. Und dann taucht auch noch die neue Lieblingskonkurrenz aller Nachwuchskräfte auf: KI. „Werkstudierende brauchen wir nicht, KI ist günstiger." „Juniorinnen/Junioren stellen wir nicht ein, KI ist schneller." Alles schon gehört.
Natürlich verändert KI einiges. Aber das heißt doch weniger, dass Aufgaben wegfallen, sondern eher, dass sie sich verschieben. Und wer früh in Juniorinnen/Junioren investiert, bildet sie genau in die Richtung aus, die dem Unternehmen nützt. Und seien wir ehrlich: Wenn heute keiner mehr Juniorinnen/Junioren einstellt, wo sollen dann morgen die Seniors herkommen?
Die Welt dreht sich schneller, als manche Lebensläufe es zulassen und den richtigen Umgang mit KI lernen wir aktuell alle noch, egal ob Studierende oder C-Level.
Young Pros sind motiviert, wollen anpacken, lernen und lassen sich oft nicht durch neue Prozesse einschüchtern, denn es ist ja ohnehin alles neu. Zudem bringen sie frisches Wissen um die neuesten Theorien und Methoden sowie einen positiven Ersteindruck vom Unternehmen aus dem Bewerbungsprozess mit. Das kann auch für interne Veränderungen aller Art von Vorteil sein, weil die Resistenz gegenüber Transformation oft deutlich niedriger ist als bei so manchen Urgesteinen eines Unternehmens.
Am Ende bleibt die Sache eigentlich ziemlich einfach, auch wenn sie sich kompliziert anfühlt:
Unternehmen, die heute in Juniorinnen/Junioren investieren, sichern sich morgen nicht nur ihre Seniors, sondern auch die Fähigkeit, mit dem Wandel mitzuhalten. Und Young Professionals, die heute an sich glauben, obwohl der Markt es ihnen nicht immer leicht macht, werden genau die Leute sein, die übermorgen wissen, wie man Krisen navigiert – weil sie es von Anfang an mussten.
Ich hatte bei meiner Jobsuche auch viel Glück. Aber Glück ist kein Ersatz für eine Strategie – weder für Unternehmen noch für uns Young Pros. Also, Young Pros: Gebt nicht auf. Investiert in euch und eure Ausbildung. Und liebe Unternehmen: Bitte investiert auch in uns. Wirklich. Nicht nur durch Stellenanzeigen, die nie besetzt werden. Am Ende profitieren wir alle davon. Versprochen.
Zur Autorin:
Jasmin Stiegler ist als Junior Manager Business Development & Growth bei Burson Deutschland tätig und unterstützt die DPRG-Landesgruppe Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland als Young Professionals-Beauftragte. Zuvor hat sie durch ihr duales Bachelor-Studium im Studiengang Kommunikation & PR an der iu Internationale Hochschule in Mainz erste Erfahrungen in allen Bereichen der Kommunikation gesammelt.
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