Studie zeigt: Stuttgarts Jugendliche und Ältere bewegen sich zu wenig
Die erste Stuttgarter Gesundheitsbefragung liefert eine fundierte Datengrundlage, um Sport- und Gesundheitsangebote künftig gezielt an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten.
Die erste Stuttgarter Gesundheitsbefragung zeigt: Die Bewegungsaktivität ist insgesamt zu gering. Die Ergebnisse sollen helfen, Sport- und Gesundheitsangebote der Stadt gezielt weiterzuentwickeln.
Wie ernähren, verhalten und bewegen sich die Menschen in Stuttgart? Mehr als 15.000 Bürgerinnen und Bürger wurden bei der ersten großen Gesundheitsbefragung der Stadt angeschrieben. Dabei fiel auf: Gerade Jugendliche, aber auch Ältere bewegen sich zu wenig.
Die Grundlage für die Auswertung haben das Statistische Amt, das Amt für Sport und Bewegung, das Gesundheitsamt sowie das Amt für Soziales und Teilhabe geschaffen. Im Frühjahr wurden 15.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren kontaktiert. Am Ende konnten 5.169 Fragebögen ausgewertet werden. Dies schafft die Grundlage für valide Ergebnisse. Thematische Schwerpunkte lagen auf Bewegung, Ernährung, Substanzkonsum, Impfverhalten und sozialen Beziehungen.
Die Stadt hat am Freitag, 26. Juni, erste Ergebnisse ihrer Studie in der SCHARRena vorgestellt. Das Symposium “Was bewegt Stuttgart?” haben Studierende der Hochschule der Medien (HdM) organisiert. Förderer war die DPRG-Landesgruppe Baden-Württemberg. Bei der Veranstaltung ordneten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kommunikation und Sportpraxis die Ergebnisse zum Thema Bewegung in einer Talkrunde ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich besonders junge Menschen für Bewegung gewinnen lassen und welche Rolle dabei soziale Medien spielen.
Die ersten Ergebnisse fokussieren sich auf körperliche Aktivität, gemessen an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Rund die Hälfte der erwachsenen Stuttgarterinnen und Stuttgarter erfüllt die Empfehlung zur Ausdaueraktivität, etwa 46 Prozent jene zur Muskelkräftigung. Beide Empfehlungen zusammen erfüllt jedoch nur rund ein Drittel. Insgesamt ist damit die Bewegungsaktivität in Stuttgart deutlich zu niedrig.
Mitorganisatorin Nina Hafner, Studentin an der HdM Stuttgart, schreibt:
„Mit Emotionen, in Gemeinschaft und eher unterschwellig.“
So lautete heute der Konsens unseres Panel Talks beim Symposium „Was bewegt Stuttgart?“, und ich finde, dieser Satz bringt ziemlich gut auf den Punkt, wie man Menschen zu Bewegung animieren kann. Im Rahmen der Veranstaltung, die ich moderieren durfte, wurden erstmals die Ergebnisse der Stuttgarter Gesundheitsbefragung vorgestellt. Sie zeigen: Gerade bei Jugendlichen und älteren Menschen besteht Handlungsbedarf, wenn es um Bewegung geht.
Doch wo setzt man an? Gemeinsam mit Sportwissenschaftler und Kommunikationsexperte Peter Verclas, Sportpsychologe Prof. Dr. Stefan Krause und Sarah Zimmermann haben wir darüber gesprochen, was Menschen langfristig in Bewegung bringt: die Freude an der Bewegung selbst oder äußere Ziele wie Gesundheit, Gewichtsverlust oder Gemeinschaft. Auch die Rolle sozialer Medien war Thema: Motivation für die einen, Druck für die anderen.
Eine Frage ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: Wann haben wir eigentlich angefangen, Bewegung immer begründen zu müssen?
Bewegung ist genauso individuell wie wir. Entscheidend ist, dass man etwas findet, das zu einem passt, und es einfach ausprobiert – denn keine Erklärung wird dem gerecht, wie es sich wirklich anfühlt, Spaß am Sport zu haben.
Ein herzliches Dankeschön geht auch an alle, die die Veranstaltung erst möglich gemacht haben: das Team der Landeshauptstadt, an meinen Kommiliton*innen aus dem Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations | HdM Stuttgart. Danke auch an Sven Matis, unseren Dozenten, für deine Begleitung über das Semester hinweg und deine Unterstützung bei der Planung der Veranstaltung, und an die Deutsche Public Relations Gesellschaft e. V. (DPRG) für die finanzielle Unterstützung.