Seid mutig. Traut euch, mitzureden. Verschafft euch Gehör.
Als Lara Busch mich beim PR-Tag fragte, ob ich einen Beitrag fürs DPRG-Journal schreiben möchte, war mein erster Gedanke reflexartig und aufrichtig zugleich: Ich?
Als Lara Busch mich beim PR-Tag fragte, ob ich einen Beitrag fürs DPRG-Journal schreiben möchte, war mein erster Gedanke reflexartig und aufrichtig zugleich: Ich?
Nicht etwa: „Oh, was für eine Ehre!" Nicht: „Endlich wird mein Potenzial erkannt!" Sondern schlicht: „Ich? Die Person, die sich neulich noch gefragt hat, ob man als Young Professional eigentlich schon eine Meinung haben darf? Wer interessiert sich denn für das, was ich sage?“ Willkommen in meinem Kopf. Hier läuft das Gedankenkarussell auf Dauerbetrieb.
Das Phänomen ist gut dokumentiert – zumindest in meiner eigenen, höchst wissenschaftlichen Selbstbeobachtung: Man tritt ins Berufsleben ein, vollgepackt mit theoretischem Wissen und erster praktischer Erfahrung, aber auch der Gewissheit, dass alle anderen irgendwie mehr wissen. Mehr Erfahrung haben. Früher aufgestanden sind. Schon mal einen Artikel geschrieben haben, ohne dabei innerlich zu hyperventilieren und jedes Wort zu hinterfragen.
Dabei stimmt das natürlich nicht. Oder zumindest: nicht ganz.
Denn dann gibt es auch solche Momente: Man steht vor Studierenden, die einem zuhören – ernsthaft zuhören – und Fragen stellen. Man gibt im Meeting eine Einschätzung ab, und der Chef nickt und sagt: „Guter Punkt." Man merkt: Hey. Ich weiß ja was. Nicht alles. Aber doch etwas.
Es ist ein bisschen wie das Meme mit dem Hund, der seelenruhig Kaffee trinkt, während ringsum alles brennt und der Untertitel lautet: This is fine. Nur brennts gar nicht wirklich, es ist wirklich fein.
Der Unterschied zwischen Young Professionals und den erfahreneren Kolleginnen und Kollegen ist nicht, dass die einen nichts zu sagen hätten. Der Unterschied ist, dass die Erfahreneren aufgehört haben, sich zu fragen, ob sie was zu sagen haben. Das ist die eigentliche Kompetenz, die man sich noch erarbeiten muss. Nicht das Wissen – das ist da und wird mit der Zeit immer mehr. Zu lernen haben wir sowieso alle immer. Das Zutrauen ist es, was noch fehlt.
Ich zweifle nach wie vor ein bisschen. Ich gebe es offen zu. Aber ich arbeite daran. Und ich nutze jede Gelegenheit, um zu lernen – weil ich fest davon überzeugt bin: Wer glaubt, irgendwann alles zu wissen, hört auf, interessant zu sein.
Mein (wohl durchaus qualifizierter) Tipp an alle Young Professionals: Seid mutig. Traut euch, mitzureden. Verschafft euch Gehör. Wir wissen mehr als wir denken.
Zur Autorin:
Jasmin Stiegler ist als Junior Manager Business Development & Growth bei Burson Deutschland tätig und unterstützt die DPRG-Landesgruppe Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland als Young Professionals-Beauftragte. Zuvor hat sie durch ihr duales Bachelor-Studium im Studiengang Kommunikation & PR an der iu Internationale Hochschule in Mainz erste Erfahrungen in allen Bereichen der Kommunikation gesammelt.