Make „Made in Germany“ great again - mit der richtigen Kommunikationsstrategie.
„Made in Germany“ ist kein Differenzierungsmerkmal mehr per se, sondern ein inhaltlicher Ausgangspunkt, der strategisch genutzt werden kann und ehrlicherweise auch muss.
„Made in Germany“ war einmal ein Selbstläufer. Heute ist es oft ein bequemes Alibi. Eines der wenigen Herkunftssiegel, das über Jahrzehnte hinweg Vertrauen aufgebaut hat. Dieses Vertrauen basiert auf realer Leistung und war eine lange Zeit stark positiv aufgeladen. Die Qualität war da. Kommunikation nicht nötig, so dachte man.
Und dann begann eine Welle des „Ausruhens“. Die Annahme, dass Qualität für sich spricht, hält sich bis heute. In der Realität führt das jedoch dazu, dass genau die Marken, die über echte Substanz verfügen, oft weniger sichtbar sind als diejenigen, die vor allem kommunikativ stark auftreten. Denn ein eigentlich so starkes Siegel kommuniziert sich nicht von selbst.
Hier entsteht eine klare Diskrepanz zwischen Leistung und Wahrnehmung.
Für Kommunikationsverantwortliche ergibt sich daraus eine konkrete Aufgabe. Es reicht nicht, Herkunft zu zeigen. Sie muss eingeordnet, übersetzt und in einen Kontext gesetzt werden, der für die jeweilige Zielgruppe relevant ist. „Made in Germany“ ist kein Differenzierungsmerkmal mehr per se, sondern ein inhaltlicher Ausgangspunkt, der strategisch genutzt werden kann und ehrlicherweise auch muss.
Und genau vor dieser kommunikativen Großaufgabe stehe ich auch gerade mit der Gründung meines neuen Unternehmens, das eine großartige Made in Germany-Traditionsmarke in den Mittelpunkt rückt. Produkte mit echter Qualität, klarer Herkunft und starkem Fundament, aber bislang mit zu wenig Sichtbarkeit (und ehrlicherweise einem bislang unterirdischen Marketing und falscher Kommunikation). Und das nicht, weil es an Substanz fehlt, sondern weil diese Substanz nicht ausreichend in Kommunikation überführt wurde.
Aber genau hier liegt auch die eigentliche Chance in Made in Germany. Es geht dabei nicht um Inszenierung, sondern um Übersetzung: sichtbar zu machen, was ohnehin vorhanden ist, und es so zu erzählen, dass es verstanden und wahrgenommen wird. Vertrauen aufbauen. Relevanz verdeutlichen. Die Grundaufgaben der Kommunikation. Das passt! Der entscheidende Punkt ist: Kommunikation übernimmt hier keine dekorative Funktion. Sie sorgt dafür, dass Leistung überhaupt erst sichtbar wird.
Daraus lässt sich auch über den Einzelfall hinaus lernen. Traditionsunternehmen stehen heute vor der Herausforderung, ihre bestehende Stärke aktiv in Wahrnehmung zu überführen. Das bedeutet, Kommunikation früher mitzudenken, enger mit Produkt und Marke zu verzahnen und konsequent aus der Perspektive der Zielgruppe zu denken.
„Made in Germany“ bleibt weiterhin ein starkes Fundament, aber die eigentliche Aufgabe liegt darin, daraus eine klare und zeitgemäße Kommunikation zu entwickeln. Stay tuned!
Kontakt zur Autorin: lara@buschkommunikation.media