Please wait...
News / Business Ghosting – ein 1x1
09.03.2026   Kommentar
Business Ghosting – ein 1x1
Erst große Pläne, dann Funkstille: Lara Busch zeigt auf, warum Business Ghosting kein Kavaliersdelikt ist.
Wir alle kennen die Anfragen, die am besten gestern schon umgesetzt werden sollten. Als große Freundin von spontanen Projekten und bekannt dafür, Dinge gern schnell anzupacken, finde ich solche Anfragen grundsätzlich großartig. Tempo, Dynamik und Entscheidungsfreude sind gut. Was ich nicht gut finde, ist das, was in vielen Fällen danach passiert: Business Ghosting, das sich oft als Drama in fünf Akten zeigt:
 
  • Akt 1: Die Anfrage geht raus. Besetzung oder Unterstützung: am besten sofort.

 
  • Akt 2: Dienstleister werden gesammelt, Gespräche geführt, Profile gesichtet.

 
  • Akt 3: Auf Dienstleisterseite wird mobilisiert. Urlaube werden verschoben, Kapazitäten freigeräumt, interne Prioritäten neu sortiert. Briefings werden vorbereitet, erste Ideen entwickelt. Alles, um das Projekt termingerecht umzusetzen. Schließlich war es dringend.

 
  • Akt 4: Der anfängliche Druck auf Unternehmensseite verschiebt sich. Vielleicht war man zu vorschnell. Vielleicht ist das Budget doch noch nicht final geklärt. Vielleicht braucht es noch eine interne Abstimmung.

 
  • Akt 5: Funkstille. Erst Tage. Dann Wochen. Manchmal Monate. Mit Glück kommt irgendwann ein „Wir müssen das Projekt auf unbestimmte Zeit verschieben“, meistens kommt nichts mehr. Oder der Klassiker „Wir haben das Projekt intern besetzt“.

 
Und genau hier beginnt das eigentliche Problem.
 
Warum Business Ghosting kein Kavaliersdelikt ist
 
Hinter jeder schnellen Anfrage stecken echte Ressourcen: Menschen, Zeit, Planung. Wenn Projekte als „absolut dringend“ kommuniziert werden, verschieben sich andere Anfragen, Teams passen Prioritäten an, Freiräume werden geschaffen, die sich nicht einfach wieder auffüllen lassen.
 
Ghosting ist deshalb nicht nur unhöflich, sondern unprofessionell und es kostet Vertrauen, das langfristige Zusammenarbeit benötigt. Business Ghosting ist dabei kein Organisationsproblem, sondern vor allem ein Führungsproblem. Wer Tempo einfordert, ohne intern Entscheidungsreife herzustellen, externalisiert Unsicherheit auf Dienstleister.
 
Die Lösung ist dabei ganz einfach: Transparente Kommunikation. Wenn ein Projekt noch nicht final entschieden ist, klar kennzeichnen, Budget- oder Timing-Fragen offen ansprechen und Änderungen in Prioritäten ehrlich und direkt weitergeben. Niemand erwartet Perfektion, aber dafür Verlässlichkeit.
 
Business Ghosting ist wie Dating. Begeisterung, schnelle Nachrichten, große Pläne und dann plötzlich Stille. Nur dass es hier nicht um Gefühle, sondern um professionelle Beziehungen geht. Die leben von Klarheit. Im Privaten mag man darüber hinwegsehen. Im Professionellen untergräbt es Vertrauen und damit das Fundament jeder Zusammenarbeit. Und das gilt übrigens auch im Job-Bereich. Wer Tempo fordert, muss Verantwortung kommunizieren.
 
 Kontakt zur Autorin: lara@buschkommunikation.media
Branchenpartner
Die NEWS der DPRG werden unterstützt von
Sie wollen immer auf dem Laufenden sein? Bestellen Sie jetzt unseren Newsletter!