Achtung Kostenfalle: Neue, professionell getarnte Betrugsmasche im Freelance-Umfeld.
Ich war lange überzeugt, alle gängigen Online-Betrugsmaschen zu kennen: Phishing-Mails, Fake-Kooperationen oder dubiose Social-DMs. Gerade im digitalen Alltag begegnen sie uns ständig. Mit der Zeit entsteht ein gewisses Bauchgefühl dafür, was seriös wirkt und was nicht.
Genau deshalb überrascht mich gerade eine zumindest für mich neue Masche besonders, weil sie so professionell aufgebaut ist und sich kaum von echten Business-Prozessen unterscheidet.
Aktuell werden gezielt Freelancerinnen und Freelancer, Selbstständige und kleine Agenturen angesprochen, häufig über bekannte Freelance- oder Vermittlungsplattformen. Eine scheinbar legitime Projektanfrage landet im Postfach, dazu eine Einladung zu einem kurzen Kennenlernen. Die Terminbuchung läuft über vertraut aufgebaute Tools, der Ablauf wirkt effizient und plausibel. Genau so, wie tägliche Anfragen eben aussehen.
Der hinterlegte Link zum vereinbarten ersten Kennenlernen führt zu einer typischen Online-Meeting-Ansicht. Vor dem Zutritt erfolgt eine „kurze Registrierung“ mit Basisdaten wie Name oder Mail-Adresse. Klingt harmlos, gehört schließlich dazu. Im Hintergrund wird jedoch kein Meeting vorbereitet, sondern ein unseriöser B2B-Vertrag bestätigt, mit langen Laufzeiten und teils fünf- oder sechsstelligen Kosten. Eine richtige Kostenfalle.
Teilweise werden sogar echte Namen von Mitarbeitenden bekannter Plattformen genutzt. Die LinkedIn-Profile existieren tatsächlich, die Mail-Adressen wirken täuschend ähnlich und die Ansprache ist professionell. Erst bei genauem Hinsehen fallen minimale Abweichungen auf. Genau auf diese Routine und dieses Vertrauen setzen die Betrüger.
Deshalb hilft nur bewusstes Innehalten: Absender 2x prüfen, Domains ganz genau vergleichen, Links hinterfragen und im Zweifel direkt beim „angeblichen“ Unternehmen nachfragen. Eine zusätzliche Minute Aufmerksamkeit schützt besser als jede nachträgliche Schadensbegrenzung.
Vor allem aber braucht es Austausch. Solche Maschen funktionieren, weil zu selten offen darüber gesprochen wird. Je mehr Erfahrungen geteilt und Warnzeichen bekannt gemacht werden, desto schwieriger wird dieses Spiel für die Betrüger. Also bitte wachsam bleiben, Kolleginnen und Kollegen informieren und das Thema weitergeben.
Kontakt zur Autorin: lara@buschkommunikation.media