Veränderung passiert nicht nur an Silvester oder in großen Sprüngen. Sie passiert in kleinen und täglichen Entscheidungen.
Ich halte nichts von Vorsätzen. Wirklich gar nichts. Sie wirken oft wie ein Neustart-Knopf, den wir einmal im Jahr drücken, nur um kurz danach festzustellen, dass alles wie gehabt läuft. Veränderungen passieren nicht automatisch, nur weil das Jahr wechselt. Sie passieren, wenn man sie wirklich will. Und zwar heute, jetzt und genau in diesem Moment.
Natürlich ist es sinnvoll, sich Ziele zu setzen. Wer weiß, wohin man will, kann gezielt darauf hinarbeiten. Doch die Kunst besteht darin, die Ziele realistisch zu gestalten. Zu große oder zu abstrakte Vorsätze führen schnell zu Frust, weil sie kaum greifbar sind. Kleine und realistische Schritte hingegen sind motivierend und helfen dabei, wirklich dranzubleiben. Erfolg entsteht nicht über Nacht, sondern durch die Summe vieler kleiner Entscheidungen.
Wer auf den richtigen Zeitpunkt wartet, verpasst oft die Chancen, die direkt vor ihm liegen. Johann Wolfgang von Goethe hat es schon vor Jahrhunderten auf den Punkt gebracht: „Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan, und keinen Tag soll man verpassen.“ Dieses Zitat begleitet mich immer wieder. Es erinnert mich daran, dass jeder Tag zählt, jede kleine Entscheidung eine Wirkung hat und dass es besser ist, heute etwas zu tun, als auf morgen zu warten.
Ein wichtiger Teil von Veränderung ist, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und die eigenen Fails zu erkennen. Fehler und Rückschläge sind nicht einfach Hindernisse. Oft zeigen sie am deutlichsten, woran man arbeiten kann. Rückblickend habe ich bei mir gemerkt, dass das Thema „Nein sagen“ und Grenzen setzen weiterhin eine kleine Herausforderung ist. Ich habe Fortschritte gemacht, aber ich lerne noch immer, mich klar zu behaupten und Entscheidungen zu treffen, die für mich richtig sind. Genau diese Reflexion hilft mir, aus der Vergangenheit zu lernen und gestärkt in die Zukunft zu gehen.
Der Punkt ist: Veränderung passiert nicht nur an Silvester oder in großen Sprüngen. Sie passiert in kleinen und täglichen Entscheidungen. Indem wir unsere Erfahrungen reflektieren, lernen wir, unsere Schwächen zu erkennen und unsere Stärken auszubauen. Indem wir realistische Ziele setzen und die eigenen Fails anerkennen, schaffen wir ein Fundament, auf dem nachhaltige Entwicklung möglich ist.
Warten auf einen bestimmten Tag ist überflüssig, der beste Zeitpunkt, um anzufangen, ist jetzt. Und vielleicht sind Vorsätze also gar nicht das Problem. Sondern es ist unser Bedürfnis, Veränderung auf einen Termin zu verschieben. Also lasst uns den Jahreswechsel nicht als Neustart sehen, dafür aber als einen guten Reminder, endlich aufzuhören zu warten.
Kontakt zur Autorin: lara@buschkommunikation.media