Eins noch...
Empathie, ein Buzzword unserer Zeit, gilt als Schlüsselkompetenz in der Kommunikation. Aber: Wird es nicht häufig missverstanden oder einfach nur zu einem simplen Schlagwort degradiert?
Empathie ist weder eine Flut von Gefühlen, die uns mitreißt, noch eine Überempfindlichkeit, die uns machtlos zurücklässt. Erst recht hat sie nichts mit dem Verständnis vorgaukelndem Vorgeben von Mitgefühl zu tun, das sich in aufgesetzter Anteilnahme äußert.
Vielmehr ist Empathie das tiefgehende Einlassen auf die emotionale Wahrnehmung anderer, das Verstehen ihrer Gefühlswelt, die nicht unsere eigene ist.
Der Haken dabei: Zu wissen, was Empathie ist, bedeutet nicht, empathisch zu sein. In einer Welt, in der Gefühle oft oberflächlich behandelt werden, ist es eine Herausforderung, echte Empathie von bloßer Gefühlsduselei zu unterscheiden.
Empathie erlernen heißt, die eigene emotionale Landschaft zu verstehen, um sich auf die Gefühle anderer einlassen zu können. Es geht darum, über die eigene Perspektive hinauszublicken und die Emotionen des Gegenübers zu respektieren. Ohne gegenseitigem Verständnis sind Fehlinterpretation und Missverständnis vorprogrammiert. Wir enden "Lost in Translation" – wer erinnert sich an den Film?
Empathie ist das unsichtbare Bindeglied jeglicher Kommunikation – der Schlüssel zu echtem Verständnis und wirkungsvollem Austausch. Und diesen Schlüssel brauchen wir mehr denn je in dieser zunehmend polarisierten Gesellschaft!
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