Olaf Hoffjann übernimmt beim Internationalen Deutschen PR-Preis der DPRG den Vorsitz der Jury von Peter Szyszka. Ein Gespräch mit den beiden Professoren für Kommunikation über den ältesten Wettbewerb der Branche, der heute moderner ist denn je. Einreichungen für 2024 sind noch bis 12.10. möglich.
Was ist neu beim PR-Preis 2023/24?
Hoffjann: Es gibt zwei neue Kategorien. Daten werden zur Steuerung von Kampagnen und als Thema der strategischen Kommunikation immer wichtiger. Deshalb gibt es jetzt eine zusätzliche Kategorie zu diesem Thema. Während es in der Kategorie „Datengesteuerte Kommunikation“ um den Einsatz von Daten zur Planung, Steuerung und Bewertung der Kommunikation und damit zur Steigerung ihres Impacts geht, stehen in der Kategorie „Data Storytelling“ Kommunikationsprojekte im Mittelpunkt, die Daten zum Thema ihrer Kommunikation machen.
Und die zweite neue Kategorie?
Hoffjann: Ein besonderes Anliegen ist mir die neue Sonderkategorie des Jahres. Damit wollen wir künftig jedes Jahr einen Schwerpunkt setzen. Was bewegt die Branche gerade? Aber auch: Was kann die Branche zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen? In 2024 stehen Kommunikationsprojekte und Kampagnen im Mittelpunkt, die der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenwirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Das können Kampagnen im politisch-gesellschaftlichen Raum ebenso sein wie Verantwortungskampagnen von Unternehmen oder Projekte der internen Kommunikation, die auf Vielfalt als Stärke und das Miteinander setzen.
Warum steht der PR-Preis da, wo er steht?
Szyszka: Es ist uns in den vergangenen sieben Jahren immer darum gegangen, das Wettbewerbsverfahren so seriös wie möglich zu gestalten. Mir war wichtig, dass die Mitwirkung für die Jurorinnen und Juroren attraktiv ist und deren fachliche Expertise möglichst gut und kooperativ zur Geltung kommen kann. Am Ende haben uns hier sogar die beiden Corona-Jahre, in denen wir gezwungen waren, das Ganze noch digitaler zu denken, noch einmal einen wesentlichen Impuls gegeben. Die diesjährige Jurysitzung im „wirklichen Leben“ in Hamburg war dann in jeder Hinsicht ein Höhepunkt meiner Juryarbeit.
Wie hat sich der Übergang im Juryvorsitz vollzogen?
Szyszka: Schon vor einem Jahr war klar, dass Olaf Hoffjann, mit dem ich auch wissenschaftlich sehr kollegial verbunden bin, übernehmen wird. Er ist aus einem ähnlichen Holz geschnitzt wie ich: Wir beide haben mal in der PR-Beratungspraxis angefangen, bevor eine akademische Karriere folgte. Der diesjährige PR-Preis trägt auch schon seine Handschrift, denn alle wesentlichen Entscheidungen haben wir gemeinsam getroffen. Umgekehrt bin ich jetzt ins Backup gewechselt.
Hoffjann: Vor allem zeigt sich ja, dass der Deutsche PR-Peis heute wohl besser dastehen dürfte als jemals zuvor in seiner Geschichte. Das ist zuallererst der Verdienst von Peter Szyszka, der den Preis in den vergangenen Jahren inhaltlich weiterentwickelt hat und tolle Kolleginnen und Kollegen für die Jury gewonnen hat. Das macht es mir einerseits leicht, andererseits hinterlässt er große Fußspuren.
Was sind die Perspektiven?
Hoffjann: Im Feld der Kommunikationspreise ist der Deutsche PR-Preis der traditionsreichste, der schon heute die Innovationstreiber der Branche sichtbar macht und ihnen eine Plattform bietet. Ein Ziel ist es, dass der Preis mit seinen Kategorien noch mehr selbst zum Impulsgeber der Branche wird. Daher wird es in den nächsten Jahren sicherlich weitere Kategorien für einen klugen und kreativen Einsatz neuer Technologien wie datengesteuerte Kommunikation oder KI geben. Genauso wichtig ist mir aber, wie Kommunikation inhaltlich mit aktuellen Herausforderungen umgeht, vor denen Organisationen heute stehen. Denn Krisen wie Corona oder der Ukraine-Krieg sowie gesellschaftliche Konfliktthemen wie Klimawandel oder Diversity treffen letztlich jede Organisation in ihrem Kern.
Und auf Peter Szyszka wartet der Ruhestand?
Szyszka: Nicht ganz: Wie gesagt, unterstütze ich den Übergang auf Olaf Hoffjann. Und zum anderen gibt es mit dem Junior Award noch eine „Baustelle“, auf der wir in den vergangenen Jahren nicht so weitergekommen sind, wie wir uns das gewünscht hätten. Hier lag in den vergangenen Monaten das Hauptgewicht meiner PR-Preis-Arbeit. Im Oktober werden wir das Ergebnis mit der Neuausschreibung präsentieren.
PR-Preis und PR-Tag 2024 in Hannover
Einreichungen zum PR-Preis 2024 sind noch bis zum 12.10. (Late Deadline: 26.10.) unter
https://pr-preis.de/ möglich. Die Verleihung findet im Rahmen des Deutschen PR-Tags Mitte Mai 2024 in Hannover statt.