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News / Communication Trend Radar: 5 Trends, die PR verändern
Ansgar Zerfass (li.), Daniel Ziegele
24.03.2022   Sachsen
Communication Trend Radar: 5 Trends, die PR verändern
Was bedeuten „Language Awareness“, „Closed Communication“, „Gigification“, „Synthetic Media“ und „Cybersecurity“ für die PR-Arbeit? Erfahren Sie hier mehr.
Wie wirken sich gesellschaftliche Veränderungen, neue Technologien oder neue Managementtrends auf die PR-Arbeit aus? Welche Themen sollten Kommunikatoren im Blick behalten? Und wo besteht Handlungsbedarf? In einem groß angelegten Forschungsprojekt im Auftrag der Akademischen Gesellschaft für Unternehmensführung und Kommunikation analysiert ein Forschungsteam der Universitäten Leipzig und Duisburg-Essen seit 2020 Hunderte wissenschaftliche Fachpublikationen, Reports und Medienberichte, um die wichtigen Treiber für Veränderungen in der PR frühzeitig aufzuspüren.
 
Die neuesten Ergebnisse des „Communication Trend Radar 2022“ stellten Ansgar Zerfass, Professor für Strategische Kommunikation an der Universität Leipzig, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Daniel Ziegele am 16. März in einer gemeinsamen Onlineveranstaltung der DPRG Landesgruppe Sachsen, der LG Mitteldeutschland des BDKom und des Marketing Clubs Dresden vor.
 
Die Teilnehmenden erfuhren dabei im Detail, welche Chancen und Risiken die identifizierten Trends „Language Awareness“, „Closed Communication“, „Gigification“, „Synthetic Media“ und „Cybersecurity“ für die PR-Arbeit bedeuten und wie sich die im Rahmen der Studie befragten Großunternehmen hierzu positionierten. Die Teilnehmenden brachten dabei ihre eigene Einschätzung zum Einfluss der Trends auf ihren Arbeitsalltag ein und diskutierten mit den Experten konkrete Handlungsoptionen.
 
Die Trends:
 
  • Language Awareness – Welche Art von Sprache erwarten unsere Anspruchsgruppen? Dieses Wissen und der bewusste Umgang mit Sprache werden wichtiger. Neben den aktuellen Debatten um gendersensible und politisch korrekte Sprache spielen hier auch Themen wie Verständlichkeit, kulturelle Sprachbilder und die technische Verarbeitbarkeit von Sprache hinein.

 
  • Closed Communication – Immer mehr Menschen ziehen sich ins Private zurück – auch in ihrer Mediennutzung. Sie nutzen auch zur Information zunehmend nicht-öffentliche Messenger wie zum Beispiel Telegram – und sind kaum noch über öffentlich zugängliche Medien und soziale Netzwerke erreichbar. Community Management bietet hier Chancen für die PR.

 
  • Gigification – Dieser Trend beschreibt die Aufteilung von Projekten in kleine, unabhängige Jobs (= Gigs). Diese Jobs werden häufig über digitale Plattformen vermittelt. Übersetzungen, Graphik- und Designaufgaben werden schon heute häufig als Gigs an externe Dienstleister vergeben.

 
  • Synthetic Media – Die schnelle Textübersetzung mit Deepl, Virtual Influencer in der Werbung oder das einfach produzierte Lernvideo in verschiedenen Sprachen – Computer-generierte Texte, Bilder und Videos können den Aufwand für PR reduzieren und die Möglichkeiten für PR-Einzelkämpfer erweitern. Risiken dieser neuen Technologien sind zum Beispiel Deepfakes. Das sind mittels künstlicher Intelligenz manipulierte Inhalte, die für Laien und selbst für Experten schwer erkennbar sind.

 
  • Cybersecurity – Die Zahl und Ausprägung von Cyberangriffen steigt. Mögliche Folgen sind neben finanziellen Einbußen, Reputationsschäden oder auch die komplette Handlungs- und Kommunikationsunfähigkeit. Die zunehmende Digitalisierung, Remote Work und die komplexen IT-Infrastrukturen von Unternehmen und insbesondere auch von Kommunikationsabteilungen (Webseiten, Social Media, Intranets, Apps, Online-basierte Tools) machen das Thema Cybersicherheit heute wichtiger denn je.

 
An einzelnen Trends wird weiterführend und vertiefend von verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geforscht, und es wird sicher sehr interessant, deren weitere Entwicklungen zu verfolgen. Wir sind bereits heute gespannt, wie die Studie im nächsten Jahr aussehen wird und welche Trends sich wie entwickelt haben, welche neu dazu gekommen, oder welche eventuell doch nicht so relevant, wie zunächst angenommen, wurden.
 
Annika Ballin, DPRG LG Sachsen

Landesgruppe

Sachsen

Anregungen für professionelle Kommunikation, Weiterbildung, Austausch und Netzwerk – das alles bietet die Landesgruppe Sachsen. Darüber hinaus wollen wir regionaler Ansprechpartner und Interessenvertreter der Kommunikationsbranche in Sachsen sein. Dazu treffen sich Mitglieder und Gäste aus Unternehmen, Institutionen, Agenturen, Freiberufler und Studenten bei regelmäßigen Veranstaltungen. Ob Krisenkommunikation, Social Media, interne Kommunikation oder Influencer Relations – hier werden aktuelle PR-Themen mit Fachleuten diskutiert und hinter die Kulissen der Kommunikation in Unternehmen, Organisationen und Vereinen geschaut. Wir sind offen für den jungen PR-Nachwuchs aus den Hochschulen Sachsens.

Kontakt: sachsen@dprg.de

Ansprechpartner

Vorsitzende
Sybille Höhne
Stv. Vorsitzende
Cathrin Hoos
Stv. Vorsitzende
Annika Ballin
Beisitzer: Martin Junge, Michael Hiller, Karoline Marschallek