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Ulrike Reiche
„Wir brauchen eine Kultur der echten Verbindungen“
Die Dinge beim Namen nennen, gemeinsames Tun und „echte Verbindungen“ sind Kennzeichen resilienter Organisationen. Erfahren Sie hier mehr.
Das Veranstaltungsformat „Resilience Box“ des DPRG Expertenkreises Corporate Resilience startete am 21. Februar ins Jahr 2022. Der Fokus in der „Resilience Box“ liegt auf der Entdeckung der Erfolgsfaktoren Organisationaler Resilienz, das heißt auf den Erfolgsfaktoren, die Organisationen im Hinblick auf ihre Widerstandsfähigkeit, Krisenfestigkeit und Entwicklungsfähigkeit stärken.
 
In den vorausgegangenen Boxen betrachteten die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Service Designer Thomas Weltner und Jana Meißner, der Leiterin des DPRG-Expertenkreises Corporate Resilience, schon einige Resilienz-Erfolgsfaktoren: den Faktor Kreativität zum Beispiel, und auch den Faktor Mut.
 
In der Erstausgabe 2022 hießt jetzt das Thema: „Erfolgsfaktor Mensch“. Der Expertenkreis befasste sich im Verlauf der virtuellen Stunde mit den „Menschen in Organisationen“ – mit Menschen, die ohne Frage den Erfolg und auch den Misserfolg von Organisationen beeinflussen können.
 
Gast der „Resilience Box“ war Ulrike Reiche. Ihr Zugang zur Organisationalen Resilienz ist die betriebliche Gesundheitsförderung und Stressbewältigung. Seit Jahren beschäftigt sich die Beraterin, Buchautorin und ehemalige Bankerin mit der Frage, wie Menschen miteinander agieren, wie sie mit Konflikten umgehen und wie sie miteinander kommunizieren.
 
Drei Thesen im Kontext Organisationaler Resilienz
 
In die „Resilience Box“ brachte Reiche im Gespräch mit der Leiterin des DPRG-Expertenkreises, Jana Meißner, drei Thesen ein:
 
  • These Nr. 1: Eine resiliente Organisation braucht Klartext!
    Aus ihrer Beratererfahrung – insbesondere während ihrer Betreuung von Insolvenzfällen - wusste Reiche zu berichten, dass Situationen, die nicht beim Namen genannt werden, und Menschen, die im unternehmerischen Kontext nicht miteinander reden beziehungsweise keinen Klartext miteinander sprechen, ein existenzbedrohendes Risiko für Organisationen darstellen.

  • These Nr. 2: Eine resiliente Organisation braucht Bewegung statt Führung!
    Reiche sagte: „Niemand schafft es allein.“ Eine Führungskraft, der niemand folgt, bewegt nichts. Entscheidend ist: „Ins Tun zu kommen - und zwar gemeinsam!“. Eine Organisation, die ihre Resilienz stärken möchte, sollte, ergänzte Jana Meißner. Netzwerkorientiert handeln und Rahmenbedingungen schaffen, in denen ein gemeinsames „Ins Tun kommen“ ermöglicht und gefördert wird. Hier kämen die Resilienz fördernden Managementsysteme – sich wiederholende Muster - ins Spiel, betonte Meißner. Ihnen wird sich der DPRG-Expertenkreis 2022 im Besonderen widmen.

 
  • These Nr. 3: Eine resiliente Organisation braucht echte Verbindungen!
    „Wir kommen aus einer Kultur der Vereinzelung. Wir brauchen eine Kultur der echten Verbindungen“, so Reiche. Es käme in Organisationen im Kontext der Resilienz insbesondere darauf an, der Vereinzelung entgegenzuwirken. In Organisationen herrsche häufig eine ausgeprägte Konkurrenzsituation vor. In Zeiten von Instabilität und Chaos seien belastbare Verbindungen zwischen Menschen ein Schlüssel zur Bewältigung von Herausforderungen. Dabei ist für Reiche die Schaffung echter Verbindungen deutlich mehr als nur ein Netzwerken.

 
Ganz im Sinne der These Nr. 3 hat sich die „Box“ zum Ziel gesetzt, die Wegbegleiter der Resilienz zu verbinden. Fester Bestandteil der „Resilience Box“ ist darum das Speed-Dating der Teilnehmenden, dass auch in dieser „Resilience Box“ stattfand - diesmal mit der Aufgabenstellung: „Findet heraus, was euch verbindet.“
 
Mehr Anknüpfungspunkte für echte Verbindungen in Organisationen
 
Dem Gespräch zu den drei Thesen schloss sich ein Workout der Teilnehmenden mit der Fragestellung an: „Wie schaffen wir mehr Anknüpfungspunkte für echte Verbindungen in Organisationen?“. Auf der eingesetzten MURAL-Collaborations-Plattform fanden sich unter anderem diese Ergebnisse des Workouts:
 
Anknüpfungspunkte für echte Verbindungen im Unternehmen…
 
  • sind dann möglich, wenn organisationale Strukturen geschaffen werden, die echte Verbindungen zulassen und fördern.
  • sind dann möglich, wenn der individuelle Wille zu echten Verbindungen vorhanden ist
  • können entstehen, wenn dafür bewusst „Räume“ aufgemacht werden
  • entstehen durch gemeinsames Erringen von Meilensteinen
  • entstehen durch das gemeinsame Durchstehen von herausfordernden Situationen und Krisenereignissen
  • werden gefördert durch kurze Formate wie ein „Meet & Eat“ oder „Never lunch alone“ in der Kantine
  • werden gefördert durch Betriebssport/ Sportangebote bei denen Mitarbeiter mit gemeinsamen Interessen zusammenkommen
  • werden gefördert, wenn Menschen mit gleichen Interessen zusammenkommen
  • können durch Volunteering-Angebote und Mentoring entstehen
  • können durch die individuelle und aktive Arbeit an den Verbindungen entstehen

 
Hier ein kurzer Snap auf das Feedback zur Veranstaltung:
 
  • Muss mich leider verabschieden. Wäre beim nächsten Mal gerne komplett dabei. Danke und herzliche Grüße
  • Ich muss mich verabschieden. Spannendes Thema. Bis bald
  • Vielen Dank und bis bald. Es war kurz, aber knackig!
  • Ich muss leider weg. Der Austausch war sehr spannend! Danke!
  • Ich hatte Spaß und habe einige Denkanstöße von Teilnehmer*innen mitgenommen
  • Vielen Dank für die Impulse und den Austausch
  • Danke für die Anregungen
  • Schönes Speeddating. Toll mit den vielen Impulsen und Breakout Sessions
  • Bewegung, Miteinander, New Work Fokus von Ulrike fand ich spannend und freue mich auf Vertiefung
  • Liebe Jana, Lieber Thomas, Danke für die schöne Stunde heute.
  • Liebe Jana, ich fand das Meeting eben sehr gut und würde gerne in den Verteiler aufgenommen werden, um kein Meeting mehr zu verpassen. Vielen Dank!

 
Die Resilience Box wird in Zukunft sicherlich das ein oder andere Live-Format präsentieren – im Kern aber bleibt sie ein leicht in den (Arbeits-)Alltag integrierbares Online-Format für alle DPRG-Mitglieder. Spaß, Partizipation und Interaktion sind schließlich auch virtuell möglich.
 
Die Ankündigung des nächsten Termins der Resilience Box erfolgt wie gewohnt über den DPRG-Verteiler.
 
Lesetipp! „Adapt or die – das natürliche Grundprinzip der Resilienz“ von Ulrike Reiche im 22316MAG, dem Magazin für Gestalter Organisationaler Resilienz – auch online verfügbar unter www.22316MAG.de.
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Arbeitskreis

Corporate Resilience Management

Die Fachgruppe „Corporate Resilience Management“ befasst sich mit der Fähigkeit einer Organisation, Störungen, Risiken, Krisen und Unbekannte durch die Entwicklung spezifischer Bewältigungsstrategien wirksam zu absorbieren und die Entwicklungen für den eigenen Wandel zum Vorteil zu nutzen. Je resilienter eine Organisation ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in wechselhaften Umwelten mit hohem Grad an Unsicherheit überlebt und gedeiht – also „antifragil“ ist. Die Gruppe richtet sich mit diesem Ansatz insbesondere an Krisenmanager, Risikomanager und Krisenkommunikatoren. Sie ist – als erste Fachgruppe der DPRG überhaupt - interdisziplinär ausgestaltet und trägt damit dem ganzheitlichen Ansatz Rechnung.
 
Kontakt: corporateresilience@dprg.de

Ansprechpartner

Jana Meißner
Krisenmanagement- und Krisenkommunikationsberaterin


Tel.: +49 231 292965094

Christof Schäfer
Risiko- und Krisenmanager


Tel.: +49 6201 4693172