Please wait...
News / Bayern: Geteilte Führung ist doppelte Power
Lisa Katharina Kaltwasser, Michael Bürker
04.06.2021   Bayern
Bayern: Geteilte Führung ist doppelte Power
Bayern wird von einer gleichberechtigten Doppelspitze „regiert“. Nicht das Land, aber die mehr als 300 Mitglieder starke Landesgruppe der DPRG. Wir sprachen mit den Vorsitzenden Lisa Katharina Kaltwasser und Professor Michael Bürker.
Eure Wahl zu gleichberechtigen Vorsitzenden ist eine kleine Revolution für die DPRG. Warum habt ihr euch für die Doppelspitze entschieden?
 
Michael Bürker (MB): Ich habe von Anfang an für mich gesagt, dass ich nur in einer Doppelspitze antrete. Denn ich beobachte, wie sich unsere Branche seit einigen Jahren sehr stark verändert. Wir haben fast so etwas wie einen Paradigmenwechsel, den ich auch zwischen den Generationen spüre, also in der Zusammenarbeit mit unseren Young Professionals. Das ist nicht nur eine Altersfrage, das ist auch eine der Mentalität. Deshalb war mir klar, dass ich gerne zwei Dinge hätte: Eine Führungsspitze, die männlich und weiblich besetzt ist und eine, in der die unterschiedlichen Generationen repräsentiert sind. Und ich freue mich total, dass uns genau das gelungen ist.
 
Lisa Katharina Kaltwasser (LK): Geteilte Führung ist doppelte Power. Und es ist natürlich eine Entlastung, denn Verantwortung trägt sich gemeinsam leichter. Man arbeitet auch besser zusammen, wenn man einen Sparringspartner hat. In der Agentur kennen wir dieses Vier-Augen-Prinzip schon länger. Der Vorstand soll ja auch die Landesgruppe vertreten und wir haben jetzt eine größere Schnittmenge, um unsere Mitglieder zu vertreten. Nicht zuletzt glaube ich, dass wir uns sehr gut ergänzen.
 
Gibt es zwischen euch eine Aufgabenteilung?
 
MB: Zunächst sind wir ja nicht allein zu zweit, sondern haben einen erweiterten Vorstand mit zwölf Kolleginnen und Kollegen, darunter zwei Stellvertretern. Jeder dort hat bestimmte Aufgaben übernommen. Wir müssen es eigentlich nur koordinieren und moderieren und dafür sorgen, dass die PS auf die Straße kommen.
 
LK: Ein großer Vorteil ist natürlich auch, dass wir uns vertreten können, wenn einer vor uns beruflich oder anderweitig verhindert ist. Das heißt, wir stimmen uns ab und müssen nicht immer überall gemeinsam auftreten.
 
Lisa, du bist auch als Vertreterin der jüngeren Generation für dieses Amt angetreten. Werden die Young Professionals ein Schwerpunkt Deiner Arbeit sein?
 
LK: Definitiv. Das ist eine großartige Gelegenheit, diese in Bayern stärker zu vernetzen, aber auch innerhalb Deutschlands. In diesem Jahr, in dem ja Corona noch die Agenda bestimmt, versuchen wir vor allem, die Basis noch weiter auszubauen.
 
MB: Ich habe ja immer ein wenig neidvoll auf das geschaut, was unsere Young Professionals in Bayern machen. Mir war auch immer die programmatische Arbeit wichtig. Das heißt, was sind die Themen, die die Kolleginnen und Kollegen beschäftigen, wo ändern sich Dinge und wo gibt es vielleicht auch Herausforderungen oder schlicht Probleme?
 
Macht die Digitalisierung die Arbeit im Ehrenamt leichter und senkt sie vielleicht auch die Hemmschwelle, selbst ehrenamtlich aktiv zu werden?
 
LK: Ich muss sagen, dass ich damals in die DPRG gerutscht bin, weil meine Mutter sagte, komm einmal mit. Wahrscheinlich ist für Jüngere die Hemmschwelle erst einmal größer, überhaupt ein Amt zu übernehmen. Wenn wir jetzt mehr virtuell arbeiten, ist das vielleicht eine Chance, dass Mitglieder erst einmal hineinschnuppern und dann überlegen, etwas zu übernehmen.
 
MB: Wir sehen ja in vielen Bereichen, dass es von festen Strukturen weggeht zu stärker projektorientiertem Arbeiten. Man geht nicht mehr in Parteien, sondern engagiert sich in Initiativen und ist wieder draußen. Das erlebe ich teilweise auch in der DPRG. An meine erste DPRG-Veranstaltung, bei der ich Mitte der 90er Jahre war, erinnere ich mich noch gut: Da war ein Horst Avenarius dabei, da war ein ganz junger Stefan Becker-Sonnenschein, da waren der damalige Kommunikationschef von Osram und vom ADAC dabei. Das waren die großen Unternehmensmarken aus München, die da saßen. Da war es eine Ehre, dabei zu sein und dann in den Vorstand gewählt zu werden. Also, das war wirklich ein Ehren-Amt mit hoher Reputation. Da gab es ja sogar noch Kampfabstimmungen! Heute ist es ja eher so, wenn Du gewählt wirst, kriegst Du Kondolenz-Schreiben.
 
Oft wird geklagt, dass sich Jüngere kaum noch für die Verbandsarbeit gewinnen lassen. Lisa, Du zeigst, dass es offenbar doch geht?
 
LK: Ich glaube, es ist gut, wenn man jungen Leuten die Gelegenheit gibt, einfach einmal hineinzuschnuppern und etwas auszuprobieren. Manchmal denke ich, es ist vielen Jüngeren gar nicht so präsent, dass sie sich in einem Berufsverband engagieren und etwas bewirken können. Viele, die mit mir studiert haben oder jetzt auch in der Kommunikation arbeiten, die wissen gar nicht, welche Verbände und Möglichkeiten es für sie gibt. Man kann sich Veranstaltungen anschauen und selbst aktiv werden und mitgestalten. Da müssen wir ansetzen.
 
Vielen Dank für das Gespräch
 
Dem Landesgruppen-Vorstand in Bayern gehören weiterhin Annegret Haffa und David Schimm als Stellvertreter sowie Ikbal Hatihan, Christina Kahlert (auch Hauptausschuss), Brigitte Kaltwasser, Birgit Kern-Harasymiw, Josef Schmaus, Michael C. Schmitt und Christian Schraml (Young Professionals) als Beisitzer an.
 
Kontakt: bayern@dprg.de
 
* Dieser Beitrag stammt aus dem DPRG Journal, das in Kürze mit der neuen Ausgabe des PR Report in den Briefkästen der Mitglieder landen wird.

Landesgruppe

Bayern

Die Landesgruppe Bayern ist das Netzwerk für rund 350 DPRG-Mitglieder in Unternehmen, Agenturen, Organisationen und Wissenschaft im Freistaat. Wir organisieren regelmäßig Fach- und Vortragsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Firmenbesuche in München und vier Regionalgruppen. Dabei arbeiten wir auch mit anderen Kommunikationsverbänden und Hochschulen in Bayern zusammen. Ein grenzüberschreitender Austausch, vor allem mit Österreich, Liechtenstein und der Schweiz rundet das Angebot ab.

Kontakt: bayern@dprg.de

Ansprechpartner

Vorsitzende
Lisa Kaltwasser
Vorsitzender
Prof. Dr. Michael Bürker
Stv. Vorsitzende
Annegret Haffa
Stv. Vorsitzender
David Schimm
Beisitzer: Ikbal Hatihan, Christina Kahlert (zus. Hauptausschuss), Brigitte Kaltwasser, Birgit Kern-Harasymiw, Josef Schmaus, Michael C. Schmitt, Christian Schraml (Young Professionals)