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News / Tourismus in der Mega-Krise: Sehnsucht nach Normalität
Beate Zwermann, Aage Dünhaupt, Andreas Bartels (v.l.n.r)
22.04.2021   Norddeutschland
Tourismus in der Mega-Krise: Sehnsucht nach Normalität
Verhaltener Optimismus zeichnete sich bei einem Gespräch der DPRG Landesgruppe Nord mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften ab.

Am 14. April lud die Landesgruppe Nord zum Talk mit Aage Dünhaupt, Director Corporate Communications TUI, Andreas Bartels, Head of Communications Lufthansa Group und Beate Zwermann, PR Expertin und Reiseveranstalterin „Galapagos Pro“, über die Herausforderungen für Kommunikatorinnen und Kommunikatoren in der Pandemie ein.

Die Sehnsucht nach Ferne, nach dem, wofür Reisen steht und nach ein wenig Normalität betrifft nicht nur uns als Einzelpersonen, sondern auch die Reise- und Touristikbranche, die wohl eine der am meisten unter der Pandemie leidenden Branchen ist. Die Motivation und eine positive Einstellung der Menschen in den Unternehmen hochzuhalten, ist eine schwere Aufgabe für Kommunikator*innen und dennoch aktuell wichtiger denn je. Das ständige Auf und Ab der Entwicklungen macht es besonders schwierig. Kurzarbeit, Entlassungen und gekürzte Gehälter oder Zulagen kommen hinzu.

Initiativen, Stimmung und Moral zu verbessern, erfordern zunehmend Energie. Das gilt sowohl für die interne Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden als auch extern gegenüber Kunden. Aage Dünhaupt (TUI) nennt hier passend den „Rollercoaster“ als Schlüsselbegriff für die vergangenen Monate. Bezüglich der Arbeit im Homeoffice wurde bei TUI aus der Not eine Tugend gemacht: Der geplante Start einer neuen Office 365 Umgebung wurde zum plötzlichen Sprung ins kalte Wasser – die technische Arbeitsfähigkeit stand zunächst im Fokus. 

PR Expertin Beate Zwermann konnte Positives berichten: Das Ende der Krise scheint in Sicht, sie stellt bereits wieder Personal ein, die Buchungen ziehen an. Zwar noch nicht für Reisen innerhalb Deutschlands, aber im internationalen Rahmen: In Ecuador beispielsweise machen strenge Hygienekonzepte das Reisen wieder möglich.

Auch bei der Lufthansa Group zeichnet sich zumindest schon ein leichter Optimismus ab, wenn auch nicht von Entwarnung, geschweige denn Normalität gesprochen werden könne, so Andreas Bartels. „Wir sind abhängig von den Impfungen und der Öffnung von Langstrecken wie zum Beispiel auf dem Nordatlantik.“ Noch bis 2024 rechnet die Gruppe mit einer deutlichen reduzierten Auslastung ihrer Flotte.

Eines ist in Gänze klar: Ohne Hilfe der Politik kann die Reise- und Tourismusbranche nur schwer überleben und uns die so sehr ersehnten Reisen wieder ermöglichen. Es gilt, einen differenzierten Blick auf das Reisen und dessen Risiken zu werfen – denn sicheres Reisen ist auch jetzt schon möglich, so die Referenten übereinstimmend. Wenn auch unter besonderen Bedingungen, auf die man sich einlassen muss, wenn einen die Reiselust packt.

Einige Learnings nehmen wir aus der Veranstaltung mit: Der jeweilige Kommunikationsauftrag muss oftmals in Kurzarbeit und in kleineren Teams bewerkstelligt werden, obwohl eigentlich ein deutlich größerer und veränderter Kommunikationsbedarf gestemmt werden muss. So hat die Branche mit dem von manchen Medien vermittelten Eindruck zu kämpfen, die Politik habe die Reiseveranstalter finanziell massiv gefördert: Die gewährten Hilfen müssten alle mit Zinsen zurückgezahlt werden, so die Sprecher. Generell gelte es, Resilienz zu zeigen und vor allem über den Tellerrand in andere Länder zu schauen – nicht nur aus Reiselust, sondern weil dort Best Practices entstanden sind, von denen wir uns einiges abschauen können.

Wir bedanken uns herzlich bei den Speaker*innen und freuen uns auf die nächsten Veranstaltungen.

DPRG-Landesgruppe Norddeutschland

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Norddeutschland

Im Norden schreiben wir vier Dinge groß: Austausch, Partizipation, Kollaboration und Vernetzung. Als Plattform hierzu dienen regelmäßige Veranstaltungen – aktuell vor allem in Hamburg und Kiel – mit einem thematischen, fachlichen Bezug. Mal zu kommunikativen Grundlagen, mal zu aktuellen Trends und Fragestellungen unserer PR-Branche. Immer aber mit Raum und Zeit für Austausch und Kontakte. Die Mitglieder im Vorstand der Landesgruppe Nord sind von Hamburg bis zur Ostseeküste in Kiel zu finden. Die vielfältige, bunte und lebhafte Kommunikationsbranche in der Metropolregion Hamburg ist das Zentrum. Die Vernetzung umfasst aber auch Schleswig-Holstein und Brandenburg – also das gesamte DPRG Norddeutschland-Gebiet.

Kontakt: norddeutschland@dprg.de

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