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News / Schutzschild gegen Shitstorms
Ein typischer Krisencocktail - Foto: unsplash.com/@proriat_hospitality Montage: V. Messer
Schutzschild gegen Shitstorms
Großer Andrang zur Happy Hour beim DPRG "Krisencocktail": Über 80 Teilnehmende hatten sich online zugeschaltet, um Praxistipps zu Shitstorms und Provokationen in Social Media mitzunehmen.
„Das war intensiv und hat Spaß bei Euch gemacht“, zog Timo Lommatzsch, Digitalexperte und Referent, die Bilanz nach der erfolgreichen Premiere der neuen DPRG-Veranstaltungsreihe „Krisencocktail“ am 19. Januar.
 
Er machte sehr eindringlich klar, dass Social Media ein zweischneidiges Schwert ist: Wer den Einsatz intensiviert, um die Zielgruppen effektiver anzusprechen, muss gleichzeitig den Schutz der Reputation zur strategischen Aufgabe erheben. In 14 Punkten verdeutlichte er, warum eine starke Unternehmens- und Teamkultur sowie genügend Ressourcen für das Community Management die Voraussetzungen für eine wirksame Prävention bilden.
 
Die Fragen aus dem Kreis der Teilnehmenden konzentrierten sich auf den Umgang mit den Social Media Trollen in der Praxis. Wie lange wird eine öffentliche Diskussion mit diesen geführt? Zu welchem Zeitpunkt startet der Block und die mögliche Ausblendung seiner Beiträge? Timo Lommatzsch gab hierzu eine Übersicht und empfahl, die Soziologie eines Trolls im Grundsatz zu verstehen und daraus sein irrationales Verhalten zu reflektieren. 

Menschen hinter den Kommentaren finden
 
„Die öffentliche Antwort an einen Troll ist keineswegs für diesen, sondern für die Mitlesenden. Der souveräne Umgang eines Unternehmens, einer Marke, sind die Bonuspunkte im Community Management“, so Lommatzsch. „Moderne Social Media Programme geben hier Spielraum für die Visibilität von Beiträgen.“
 
Eine Recherche des kritischen Profils und persönliche Kontaktaufnahme führen ebenso zur Beruhigung eines Shitstorms im Netz. „Mit etwas Zeit und Recherche werden die Menschen hinter den Kommentaren gefunden. Ein Anruf oder Dialog auf einem anderen Kanal stellt oftmals einiges klar und rückt den Menschen wieder in den Mittelpunkt. Dieser Fokus ist wichtig!“, so Timo Lommatzsch weiter. Ein positives Praxisbeispiel aus dem Kreis der Krisencocktail-Genießenden war der Twitterauftritt der hessischen Polizei. Diese arbeitet mit einer Kombination aus Twittermeldungen und Presseportal.
 
Immer positiv bleiben
 
Ein sensibler und oft vergessener Aspekt im Shitstorm ist die gute Stimmung im Team. „Immer schön positiv bleiben und gute Kommentare ausdrucken, an die Wand hängen ist wichtig. Keinesfalls den Tag mit einem nervigen Kommentar beschließen und diesen gedanklich mit nach Hause nehmen, wenn es viele wertschätzende gab.“ Timo Lommatzsch gab den Teamtipp in die Krisencocktailrunde der DPRG, „blöde Kommentare in Form eines Hate Speech Slam zu rappen, zu singen.“ Bestes Beispiel sind öffentliche Rundfunkanstalten oder Rezos Video “HATE Kommentare singen | feat. Julia Beautx”. 

Am Ende des ersten Krisencocktails tauschten sich die Teilnehmenden über die juristischen Möglichkeiten und Erfahrungen bei negativen oder beleidigenden Rezensionen im Netz aus. Welche Äußerungen sind richtigerweise justiziabel und welche Schritte praktikabel?
 
DPRG-Präsident Norbert Minwegen und Bernhard Messer, Geschäftsführer Dialog Medientraining, moderierten die Veranstaltung. Beide zeigten sich äußerst zufrieden. Für Norbert Minwegen ist das Konzept aufgegangen: „Mit diesem Krisencocktail haben wir offensichtlich den Bedarf getroffen. Lockerer Talk und harte Themen passen offenbar für die DPRG-Community gut zusammen.“ Bernhard Messer ergänzte: „Für den Bereich Krisenkommunikation und Issues Management bauen wir ein für alle DPRG-Mitglieder offenes Netzwerk auf. Wer Themen beisteuern möchte, ist herzlich eingeladen.“
 
Der nächste Krisencocktail steht mit „Inside Corona“ auf der Tageskarte für Donnerstag, den 25. Februar 2021. Einladung folgt.
 
Lesetipps:


  • In der aktuell erschienenen „PR-Werkstatt“ des PR Report (Ausgabe 6/2020) schildert Timo Lommatzsch, wie durch planvoll vorbereitete Schritte Schutzschilde gegen Shitstorms und alltägliche Provokationen in Social Media aufgebaut werden.
  • "Ich bin der Troll": Timo Steppat beschreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen typischen Vertreter dieser ungeliebten Foren-Kommentatoren.
 

Krisenkommunikation / Issues Management

Krise ist das New Normal, der Skandal mutiert zum Standard – diesen Eindruck spiegelt der tägliche Blick auf die Medienlandschaft. Deshalb lautet unser Experiment für 2021: „Krise für alle“.
 
In Ergänzung zu unserem geschlossenen Arbeitskreis mit vertraulichen Sitzungen sind wir künftig hybrid unterwegs: Alle sind zur neuen „Interessengruppe Krisenkommunikation“ herzlich eingeladen. Klickt Euch über die App DPRG.mobil ein! Treffpunkt ist unsere frisch gegründete Pop-Up-Bar. Damit bieten wir eine virtuelle Plattform zum Chatten, Lernen und Netzwerken. In lockerer Reihenfolge organisieren wir virtuelle Talks, wir nennen sie „Krisencocktails“. Ihr Spektrum ist offen: Mal sind es Deep Dives, mal Nahaufnahmen, mal Cases – je nachdem, was Euch interessiert. Wir wünschen uns sehr, dass möglichst viele bei der Interessengruppe Krisenkommunikation mitmachen und spannende Themen oder Fragestellungen beisteuern. Denkt dran, jede Bar ist nur so gut wie ihre Drinks und Gäste! Lasst uns gemeinsam auf Max Frisch anstoßen: „Krise ist ein ungemein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“
 
Wir freuen uns auf Euch!
 
Norbert Minwegen
Bernhard Messer
 
Kontakt: krisenkommunikation@dprg.de

Ansprechpartner

Norbert Minwegen
Sparkasse KölnBonn
Leiter Unternehmenskommunikation

Tel.: +49 221 22652190

Bernhard Messer
Dialog Medientraining
Medientrainer

Tel.: +49 211 4383088