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News / Mahnen, rügen, Präsenz zeigen – Aufgaben und Ziele des Deutschen Rats für Public Relations
Lars Rademacher
28.11.2020   Baden-Württemberg
Mahnen, rügen, Präsenz zeigen – Aufgaben und Ziele des Deutschen Rats für Public Relations
Großes Interesse an dem Thema "Ethik in der PR": Knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an einer Online-Veranstaltung mit Professor Lars Rademacher teil. An vier Fällen zeigte er auf, wie die Zusammenarbeit im PR-Rat funktioniert. Erfahren Sie hier mehr.
„Gute“ Public Relations setzen ethisches Handeln voraus. Doch was bedeutet das eigentlich konkret? Wie manifestiert sich Ethik in der PR? Welche Kodizes sollte man als PR-Schaffender kennen? Wer schaut danach, dass diese auch eingehalten werden? Und was passiert, wenn Öffentlichkeitsarbeiter übers Ziel hinausschießen? Diese und andere Fragen beantwortete Lars Rademacher, Professor für Public Relations an der Hochschule Darmstadt und Vorsitzender des Deutschen Rats für Public Relations, am 24. November im Webinar, organisiert von der Landesgruppe Baden-Württemberg. 

Nach einem aufwendigen, partizipativen Prozess wurde 2012 der Deutsche Kommunikationskodex als verbindlicher Ethik- und Verhaltensrahmen für die PR-Branche verabschiedet. Er enthält Ausführungen zu den zentralen Normen und Zielwerten, auf die sich Public Relations und Kommunikationsfachleute berufen: Transparenz, Integrität, Fairness, Wahrhaftigkeit, Loyalität und Professionalität. Zusammen mit den DRPR-Richtlinien und den internationalen Kodizes – ist er bindend für die Spruchpraxis des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR).
 
Der DRPR ist das freiwillige Organ der Selbstkontrolle des PR-Berufsfeldes. Er wird rechtlich und ideell von einem Trägerverein getragen und unterstützt, dem die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) e.V., der Bundesverband der Kommunikatoren (BdKom) e.V. und die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) angehören.

Seine primäre Aufgabe ist es, Missstände und Fehlverhalten bei der Kommunikation mit Öffentlichkeiten zu benennen und gegebenenfalls zu rügen. Der Rat bearbeitet dabei alle Fälle, die als Beschwerde an ihn herangetragen werden oder die er (zum Beispiel aufgrund von Medienberichterstattung) in Eigeninitiative behandelt.
 
An vier aktuellen Fällen zeigte Lars Rademacher auf, wie die Zusammenarbeit im PR-Rat funktioniert, welche Urteile gefällt wurden und welche Konsequenzen dies für die Reputation der jeweiligen Akteure haben kann:
 
  • Heinsberg-Protokolle: Rüge an die beteiligte Agentur wegen der Rufschädigung des Berufsstands durch unprofessionelles Verhalten

  • Wikipedia: Mahnung wegen Richtlinien zur Kennzeichnung bezahlter Autorentätigkeit bei deutschen Wikipedia-Einträgen

  • Monsanto-Listen: Einstellen des Verfahrens, da kein Fehlverhalten im Hinblick auf die gültigen Kodizes oder Richtlinien erkennbar

  • Heiscreen: Rüge an Universitätsklinikum und beratende Agentur wegen bewusster Falschbehauptung und Täuschung der Öffentlichkeit


Dass das Thema Ethik bei Studierenden und bei Praktikern auf großes Interesse stößt, zeigte die gute Resonanz: Knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich eingewählt und lauschten den Ausführungen von Rademacher. Die anschließende Diskussion verlief so anregend, dass das 80-Minuten-Format zeitlich weit überschritten wurde.

Mehr zum Thema Ethik in der PR:
 


Autor: Veit Mathauer, Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg

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