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Unternehmerische Resilienz: Überleben und Gedeihen
Wachsen an Schocks, Belastungen und Krisen - wie funktioniert das? Unter dem Titel „Survive and Prosper – Überleben und Gedeihen“ trafen sich am 15. September Kommunikationsexperten aus ganz Deutschland. Hier kommen ihre Empfehlungen.
Eingeladen hatte der Expertenkreis Corporate Resilience der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), um über Resilienz von Unternehmen zu diskutieren.
 
„Corona hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, wie fragil unser Wirtschaftssystem ist und wie schnell Unternehmen über Nacht in ihrer Existenz bedroht sein können“, erläutert Krisenmanagement- und Krisenkommunikationsberaterin Jana Meißner, Vorsitzende des Expertenkreises. „Corporate Resilience ist eine ganzheitliche Management-Praxis zur Stärkung der Widerstandskraft, der Krisenfestigkeit und Entwicklungsfähigkeit von Unternehmen. Richtig angewendet sichert sie das Überleben und Gedeihen von Organisationen, auch in schwierigen Zeiten und in schwierigem wirtschaftlichem Umfeld“.
 
Während sich Resilienzforschung insbesondere in der Psychologie bereits seit langem etabliert hat, ist Resilienz im Unternehmenskontext noch ein junger Forschungszweig in Deutschland. Die Experten der DPRG sind sich darüber einig, dass resiliente Organisationen zum Einen widerstandsfähig und krisenfest sind und zum Anderen auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben, das heißt Krisen aus eigener Kraft bewältigen können. Hinzu kommt, dass sie den in einer Krise auftretenden Schocks und Belastungen sogar Wertschöpfungspotenziale abgewinnen und für ihre Entwicklung nutzen können.
 
Diagnostik für Organisationen: Das große Blutbild
 
Die Bemühungen um Resilienz in Unternehmen sind umfassend im Sinne der Ganzheitlichkeit. Am Anfang steht eine intensive und weitreichende Diagnostik – eine Art großes Blutbild – in folgenden Dimensionen:
 
1. Unternehmenskultur: „Begünstigt die aktuelle Kultur der Organisation Resilienz?“
 
2. Ökonomische Dimension: „Wie steht es um den Markt, den Wettbewerb und das eigene Geschäftsmodell?“
 
3. Mentale und soziale Dimension: „Wie ausgeprägt sind unter anderem die Identität, der Zusammenhalt, die Netzwerkfähigkeit und die Selbstwirksamkeit?“
 
4. Ressourcen-Dimension: „Stehen menschliche, technologische, zeitliche, räumliche, finanzielle und weitere Ressourcen zur Verfügung?“
 
5. Management-Systeme und Gestaltung: „Ist die Organisation gestaltungsfähig und sind Resilienz immanente Management-Systeme implementiert?“
 
6. Sensorik und Analytik: „Ist die Organisation wahrnehmungsfähig und fähig, Wahrgenommenes nutzbar zu machen?“
 
Aufgrund der Geschäftswelt, die sich immer schneller dreht, die von Tag zu Tag komplexer, dynamischer, abhängiger und unvorhersehbarer wird und aufgrund der Tatsache, dass Organisationen neben zahlreichen (vermeintlich) bekannten „Problemen“ auch große Unbekannte managen müssen, stellen die Experten unter anderem auch diese Fragen:
 
  • Erwarten die Verantwortlichen jederzeit das Unerwartete?
  • Wie wahrnehmungsfähig sind sie in Bezug auf das Unerwartete?
  • Können sie mit dem Unerwarteten umgehen?
  • Haben sie das richtige Team, um das Unerwartete zu managen?
  • Haben sie genug Ressourcen, um das Unerwartete zu managen?
  • Sind sie im Management des Unerwarteten schnell genug?

 
Das „große Blutbild“ deckt Handlungsfelder auf, in denen Organisationen den Reifegrad ihrer Resilienz erhöhen können. Ihre Bearbeitung allerdings erfordert alle relevanten Teile der Organisation. „Resilienz kann nur im Zusammenwirken aller Unternehmensbereiche den gewünschten Erfolg erzielen“, betont Meißner.
 
Die Ziele des Expertenkreises stehen fest
 
Voller neuer Perspektiven verließen die Teilnehme am späten Nachmittag die Veranstaltung in Dortmund. „Auch wenn die Veranstaltung – Corona bedingt - anders ablief als ich erwartet hatte, habe ich doch sehr viel mitgenommen und freue mich auf die weiteren Termine“, so eine Teilnehmerin. Veranstalterin Jana Meißner ist ebenfalls zufrieden: „Der Verlauf des Tages hat gezeigt, dass der Expertenkreis auf dem richtigen Weg ist.“
 
Die Ziele des Expertenkreises lauten unter anderem:
 
  • Erfolgsfaktoren von Resilienz identifizieren
  • Erfolgsfaktoren mit Kennzahlen hinterlegen
  • Erfolgsfaktoren der Resilienz anhand von Best-Practice-Beispielen erörtern 

 
„Wahr ist: Krisen können auch in resilienten Organisationen nicht gänzlich vermieden werden, aber die Eintrittswahrscheinlichkeiten und das Schadensausmaß existenzgefährdender Ereignisse lassen sich mit gesteigerter Resilienz deutlich senken“, so Meißner. „Zudem sind resiliente Organisationen in der Lage, einwirkende Schocks und Belastungen in einem sehr frühen Stadium zum eigenen Vorteil zu nutzen. Und genau dort liegt die wertschöpfende Kraft der Resilienz.“ Überleben und gedeihen eben, wie der Titel der Veranstaltung treffend zusammenfasst.
 
Ein Interview zum Expertenkreis (Jana Meißner im Gespräch mit Timo Krupp/DPRG NRW) finden Sie auf Vimeo.
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Arbeitskreis

Corporate Resilience Management

Die Fachgruppe „Corporate Resilience Management“ befasst sich mit der Fähigkeit einer Organisation, Störungen, Risiken, Krisen und Unbekannte durch die Entwicklung spezifischer Bewältigungsstrategien wirksam zu absorbieren und die Entwicklungen für den eigenen Wandel zum Vorteil zu nutzen. Je resilienter eine Organisation ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in wechselhaften Umwelten mit hohem Grad an Unsicherheit überlebt und gedeiht – also „antifragil“ ist. Die Gruppe richtet sich mit diesem Ansatz insbesondere an Krisenmanager, Risikomanager und Krisenkommunikatoren. Sie ist – als erste Fachgruppe der DPRG überhaupt - interdisziplinär ausgestaltet und trägt damit dem ganzheitlichen Ansatz Rechnung.
 
Kontakt: corporateresilience@dprg.de

Ansprechpartner

Jana Meißner
Krisenmanagement- und Krisenkommunikationsberaterin


Tel.:

Christof Schäfer
Risiko- und Krisenmanager


Tel.: