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24.07.2020   News
PRVA: Corona-Krise trifft Kommunikationsbranche unterschiedlich stark
Eine Mitgliederumfrage des Public Relations Verbandes Austria (PRVA) zeigt ein heterogenes Bild: 34 Prozent sehen die Kommunikationsbranche eher gestärkt, 37 Prozent geschwächt und 29 Prozent kaum durch die Krise betroffen.
An der Befragung hatten 104 Personen aus PR-Agenturen, Unternehmen und Organisationen sowie Einzelunternehmen teilgenommen. Einige Kernaussagen:
 
  • PR-Verantwortliche oder Agenturen mit Schwerpunkten in Branchen wie Handel, Industrie, Verkehr, Bau, Tourismus, Fremdenverkehr und Gastronomie werden die wirtschaftlichen Folgen durch den kompletten Lockdown nur mehr schwer aufholen können.
  • Die Absage von Veranstaltungen, Messen und Konferenzen sowie eingefrorene oder gekürzte PR- und Kommunikations-Budgets durch wegbrechende Aufträge treffen viele Unternehmen, PR-Agenturen und besonders die Einzelunternehmen.
  • Und schließlich müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie in anderen Branchen auch, vor einer Ansteckung mit dem Covid-19-Virus geschützt werden. 50 Prozent waren oder sind vollständig im Home Office, bei weiteren 40 Prozent ist es ein Großteil; allerdings war bei mehr als 86 Prozent diese Arbeitsform auch schon davor üblich.

 
Umsatzrückgänge bis zu 25 Prozent erwartet
 
Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer/innen befürchten Umsatzeinbußen, während ein Drittel hofft, das Niveau halten zu können. Die meisten erwarten Umsatzrückgänge bis zu 25 Prozent. Aufgrund der unsicheren Lage rechnen viele noch mit Spätfolgen in diesem oder im nächsten Jahr. Die Mehrheit plant interne Sparmaßnahmen und Kürzungen oder hat diese bereits umgesetzt, während einige wenige von Betriebsschließungen betroffen sind. Nur sehr wenige sehen Chancen auf ein gesteigertes Wachstum.
 
„Unsere Mitglieder machen derzeit sehr ambivalente Erfahrungen“, erklärt Julia Wippersberg, Präsidentin des PRVA. „Die ökonomische Situation der PRVA-Mitglieder in Unternehmen ist je nach Branche sehr unterschiedlich. Vor allem in den Agenturen erwarten beinahe alle der Befragten  Stornierungen oder Reduktionen bestehender Aufträge und sehen eine Rückläufigkeit bei Anfragen. Sehr erfreulich ist aber, dass in der Kommunikationsbranche – nach derzeitigem Stand – keine große Kündigungswelle geplant ist. Die Covid-19-Kurzarbeit wurde von rund 45 Prozent der Befragten bereits in Anspruch genommen, insgesamt hat die Erhaltung der Arbeitsplätze für zwei Drittel der Umfrageteilnehmenden oberste Priorität“, so Wippersberg weiter.
 
Stellenwert der internen Kommunikation gestärkt
 
Der Fokus in der PR-Arbeit liegt nachvollziehbarer Weise auf digitaler Kommunikation jeder Art. Gut die Hälfte der PR-Expertinnnen und –Experten ist derzeit am meisten mit interner Kommunikation beschäftigt – sowohl im eigenen Unternehmen als auch für Kunden – weitere Schwerpunkte sind Krisenkommunikation, Strategieberatung und Social Media Kommunikation. Zwei Drittel bekommen für die Interne Kommunikation im eigenen Unternehmen auch sehr gutes Feedback und der Hälfte ist es gelungen, damit den Teamgeist entscheidend zu stärken. Der Schwerpunkt der internen Kommunikationsmaßnahmen liegt bei regelmäßigen virtuellen Teammeetings, der Planung der Rückkehr zum Normalbetrieb und der laufenden Information der Mitarbeitenden via Video, Telefon, E-Mail, Newsletter oder Intranet.
 
Kommunikationsfachleute in der Corona-Krise gefragt
 
Gerade in Krisenzeiten und auch für die Bewältigung danach sind Kommunikationsfachleute sehr gefragt. „78 Prozent der Unternehmen der befragten PRVA-Mitglieder fühlen sich ausgezeichnet beziehungsweise gut für Ausnahmesituation wie die aktuelle Covid-19-Krise gerüstet. Denn die Erarbeitung von Krisenkommunikationsstrategien, die Erstellung von Krisenplänen beziehungsweise Krisen-Handbüchern und die Arbeit in Krisenstäben gehört für viele unserer Mitglieder zum Arbeitsalltag“, erklärt Wippersberg.