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19.06.2020   DPRG ZukunftsForum
DPRG Zukunftsforum 2020 startet mit Top-Thema durch
Insights zur Kommunikation der diese Woche gelaunchten Corona-Warn-App der Bundesregierung standen im Mittelpunkt des Auftakt-Plenums beim digitalen DPRG Zukunftsforum 2020 am 18. Juni. Das weitere Programm für die nächsten fünf Tage lässt viel erwarten.
Stand 18. Juni verzeichnet die Corona-Warn-App mehr als acht Millionen Downloads. Der Weg der Offenheit und Transparenz hat sich gelohnt, sagt Johannes Dimroth, Abteilungsleiter Politische Information im Bundespresseamt. Mit der App so viele Menschen wie möglich zu erreichen, ist das Ziel der Bundesregierung. Hier scheint sie auf einem guten Weg zu sein. Dabei sei die App „mitnichten das Allheilmittel gegen die Pandemie“, vielmehr gehe es darum, „Infektionsketten sichtbar zu machen“.
 
Dimroths Job in diesem Zusammenhang ist es nicht, wie sonst üblich die Politik der Bundesregierung zu erklären. Diesmal geht es um ein Produkt und um die Aufgabe, dass „möglichst viele Menschen dieses verstehen“. Drei Säulen der Kommunikation gibt es: Presse- und Medienarbeit, Werbung und Einsatz von Multiplikatoren. Den Auftakt machte eine Pressekonferenz am 16. Juni.
 
Die App ist ein politisches Projekt – und damit gibt es auch Gegenöffentlichkeiten. So manche Bürgerinnen und Bürger befürchten Überwachung, Missbrauch von Daten oder Verletzung ihrer Privatsphäre. Die Presse- und Medienarbeit muss diese Bedenken adressieren. Deshalb ist der Code der App Open Source, die Bundesregierung ging in der Entwicklung bewusst neue Wege.
 
Die Werbekampagne startete einen Tag nach dem Auftakt. Sie möchte die Menschen vom Wissen, dass es die App gibt, schnell zum Download führen. Die Kommunikation ist darauf ausgelegt, möglichst verständlich für breite Bevölkerungsteile zu sein, erklärt Alexander Lang, Geschäftsführer von Zum goldenen Hirschen Berlin. Acht Kampagnenmotive gibt es, plus einen Video-Spot. Ihre Botschaften lauten: Nutze die App, lass uns gemeinsam Corona bekämpfen.
 
Erste Anzeigenschaltungen gab es in Tageszeitungen, weitere Medien werden folgen. Konversionsverluste will die Kampagne möglichst gering halten, deshalb setzt sie vielfach auf digitale Medien. Hier ist der Weg zum Download kurz. Das reicht aber nicht, um die breite Bevölkerung einzubinden. Advertorials, etwa in der Apotheken Umschau, sollen ältere Menschen ansprechen. Und natürlich gibt es Infomaterial in Englisch, Türkisch und Arabisch.
 
Die Kampagne setzt auf Influencer und baut diese per Social Media Kit gezielt ein. Damit erreicht sie „nicht-medienaffine Zielgruppen“, erklärt Lang. Die Influencer sind eine bunte Mischung: Bekannte und weniger bekannte sind dabei, von Instagram, YouTube und TikTok. Diese haben viel Spielraum für eigene Ideen. „Loslassen“ lautet die Devise der Kampagnenmacher. Der „Kampagnen-Koffer“ lässt sich hier online sichten. Auf Nachfrage von Moderator Sebastian Vesper (Medienfachverlag Oberauer) wurde deutlich: Beim Namen der App hat Kanzlerin Angela Merkel offenbar selbst Hand angelegt.
 
„Wir wissen nicht, ob die Server halten“, räumte Vesper zu Beginn der Veranstaltung ein. Die Befürchtungen waren angesichts der erwarteten 250 Teilnehmer berechtigt, aber unbegründet. Die Server hielten. Auch andere Misslichkeiten blieben aus. Und das Programm des ersten Tages zeigte, dass die DPRG durchaus sattelfest in neuen Kommunikationsformaten in Krisenzeiten ist.
 
Der Auftakt verspricht eine spannende Woche. Auf dem Programm stehen noch knapp 30 Sessions zu verschiedenen Themen des Berufsfeldes Kommunikation. Das komplette Programm gibt es hier.
 
Autor: Helge Weinberg, Hamburg