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Moritz Adam
KI bei Siemens: Vollwertige Partnerschaft nicht ausgeschlossen
„Was kann Kollege Roboter?“ lautete die Frage zum Virtuellen Stammtisch der DPRG Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland am 9. Juni. Die Antwort vorab: Erstaunlich viel. Und wir stehen erst am Anfang. Erfahren Sie hier mehr über fruchtbare Partnerschaften - und deren Grenzen.
So ganz beste Freunde sind (Kommunikations-)Mensch und "Kollege Roboter" noch nicht. Aber sie sind auf einem guten Weg, eine Rollenverteilung für eine gemeinsame produktive Zukunft festzulegen. Zumindest bei Siemens scheint ein Punkt völlig klar zu sein: Der Künstlichen Intelligenz (KI) völlig freie Hand zu lassen, das steht zurzeit (noch) nicht zur Debatte. KI sei wie neue Kollegen, sie benötigt Zeit, um zu lernen und stetiges Training, sagt Moritz Adam, Interner Digital Ecosystem Manager bei Siemens, in seinem Vortrag auf dem virtuellen Stammtisch.
 
Und: Die bei der Unternehmenskommunikation beschäftigte KI darf und soll Vorschläge machen, aber das letzte Wort hat der Mensch. Dieser "steuert nach", sagt Adam. Dabei haben ihre Empfehlungen es in sich. Ein Beispiel: Siemens ist einer der ganz großen Aussteller auf der Hannover-Messe. "Ganz groß" bedeutet auch entsprechend hohe Kosten und damit beachtliche Einspar- und Optimierungspotenziale.
 
Was bringt zur Messe mehr Engagement: Pressemitteilungen oder Social Ads, Videos oder Display Campaign? Hier hat die KI ihren großen Auftritt. Sie setzt die Kosten spezifischer Kommunikationsmaßnahmen in Relation zu deren "Engagement Score". Dieser zeigt, ob Kampagnen die richtigen Menschen erreichen. Informationen in Relation zu setzen, um bessere und schnellere Entscheidungen zu ermöglichen - das ist die Stärke der KI, sagt Adam.
 
Damit sie diese ausspielen kann, muss sie allerdings mit Wissen gefüttert werden. Denn sie kann nur im Rahmen dieses Wissens handeln. Dabei sollten die Datenmengen nicht zu klein sein, das führt zu schlechten Ergebnissen. Und nach wie vor gilt die alte IT-Weisheit: Garbage in, Garbage out.
 
An Unterforderung dürfte "Kollege Roboter" bei Siemens perspektivisch nicht leiden. Denn pro Jahr fährt das Unternehmen 6.000 digitale Kampagnen. Die KI setzt auch in der internen Kommunikation Akzente. An Experten mangelt es dem Unternehmen nicht. Frage: Wie wäre es, diese zu Autoren zu machen, die authentischen Content schaffen? Zugegeben, nur eine Minderheit unter ihnen dürfte sich bisher in dieser Rolle gesehen haben. Hier weiß die KI mehr und ertrüffelt aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten. Und schlägt vor, worüber sie denn schreiben könnten. Damit nicht genug, textet sie Headlines für potenzielle Beiträge.
 
Rund 50 Menschen aus IT und anderen Disziplinen haben zwei Jahre lang "Kollege Roboter" zu dem gemacht, was er ist. Deren Vorgehen war, wie kann es anders sein, iterativ. Gearbeitet wurde in Sprints. Gefühlt steht Siemens mit dem "Kollegen Roboter" immer noch am Anfang, sagt Adam. Es gebe noch so viel, was ausprobiert werden könne.
 
Wie kann denn ein solches Projekt zum Erfolg in einem Unternehmen werden? Hilfreich ist der gemeinsame Ansporn, Kommunikation verändern zu wollen. Und: Zeit mitbringen. Denn die ist erforderlich, um "Kollege Roboter" zu einem vollwertigen Player im Kommunikationsteam aufzubauen. Macht das Unternehmen dabei alles richtig, dann können die Ergebnisse allerdings wegweisend sein.
 
Ein Hinweis: Clarissa Haller, Head of Corporate Communications Siemens, hatte auf LinkedIn einen sehr lesenswerten Beitrag darüber geschrieben, wie Künstliche Intelligenz die Unternehmenskommunikation verändert.
 

Autor: Helge Weinberg, Hamburg

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Die Drei-Länder-Gruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland – auch HRPS genannt – vernetzt Kolleginnen und Kollegen aus Finanzwirtschaft, Verbänden und NGOs ebenso, wie aus Industrie, Handwerk und Verwaltung. Kommunikatoren aus Unternehmen und Agenturen machen den größten Anteil der Mitglieder aus. Das Herzstück unserer Verbandsarbeit sehen wir darin, eine aktive Plattform für den Austausch in der Branche zu schaffen. Dies geschieht durch Besuche bei Unternehmen und Redaktionen, in Workshops und gesellschaftlichen Veranstaltungen. Spezielle Angebote richten sich auch an die Junioren. Die Veranstaltungen laden sowohl zur Wissensmehrung als auch zum Netzwerken ein.

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