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Foto: Andreas Biesinger
Krisen: Von der Prävention bis zum Notfallplan
Am 27. Mai kamen Studierende der Universitäten Hohenheim und Tübingen sowie Young Professionals der DPRG-Landesgruppe Baden-Württemberg zusammen.
In einem Workshop haben die Teilnehmer zunächst die Hintergründe der Krisenkommunikation  erfahren und schließlich in einer Case Study mit mehreren Teilaufgaben selbst in die Rolle der verantwortlichen Kommunikatoren schlüpfen dürfen. Gemeinsam mit dem Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim organisierten die DPRG-Juniorenvertreter die PR-Werkstatt „Krisensimulation“ an der Universität Hohenheim unter der Leitung von Hartwin Möhrle, geschäftsführender Gesellschafter von A&B One, und Veronika Meyer, Juniorberaterin A&B One.
 
Krisen erkennen und die Ausgangslage einschätzen
 
Eine erste wichtige Grundregel, die Hartwin Möhrle den Studierenden und Junioren mit auf den Weg gibt, ist die konsequente Unterscheidung zwischen Merkmalen einer operativen und einer kommunikativen Krise. Auch im Zusammenhang mit der Formulierung von Presseinformationen, Statements und journalistischen Anfragen gilt es immer zu differenzieren zwischen Ereignissen und Themen, die die Unternehmenstätigkeit als solche betreffen, und all jenen Begleiterscheinungen, die auf eine kommunikative Krise zurückzuführen sind. Außerdem ist eine Analyse der betroffenen Stakeholder essentiell. Neben einer Auflistung der Bezugsgruppen sollte auch eine Priorisierung erfolgen, um den kommunikativen Notfallplan passgenau entwickeln und die damit verbundenen Maßnahmen planen und zeitnah lancieren zu können.


Emotionen begegnen mit Empathie und anschaulichen Erklärungen
 
Auch über mögliche Maßnahmen wie Exklusivinterviews, Statements und Pressekonferenzen tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der Übungen aus. Gerade wenn Krisen emotional aufgeladen sind, weil Menschen oder Umwelt Schaden genommen haben, sind Empathie und Einfühlungsvermögen gefragt – als Kommunikationsberater beim ersten Kennenlernen der Unternehmensverantwortlichen, aber schließlich auch für all jene, die als Sprecher des Unternehmens gegenüber Journalisten, Mitarbeitern und allen weiteren Stakeholdern auftreten. Möhrle zeigt auf, dass emotionale Betroffenheit in der akuten Krisenphase nicht durch rationale Argumente aufgelöst werden kann. Erschwerend kommt hinzu, wenn technischer Fachjargon und Management-Sprache der inhaltlichen Verständlichkeit im Weg stehen oder die Situation noch zusätzlich verschärfen, weil das Wording gar missverständlich ist. Einprägsame Bilder wie Grafiken, bildliche Vergleiche und Erklärvideos können in solchen Situationen hilfreich sein. Diese Inhalte werden am besten bereits im Zuge der Krisenprävention vorbereitet.


Gut vorbereitet sein auf Krisen
 
Die bereits im Vorfeld produzierten Inhalte gehen einher mit einem umfangreichen Krisenpräventionsplan, der seinen Ursprung in einer Issues-Analyse findet. Denn um Krisen frühzeitig antizipieren zu können, sollten Unternehmen Risikoprofile erstellen, die die für sie kritischen Themen und Stakeholder berücksichtigen. Eng damit verbunden ist die Haltung der Kommunikatoren gegenüber (potenziellen) Krisen und Risiken. Möhrle plädiert dafür, dass Kommunikatoren Krisen nicht länger als „Ausnahmezustand begreifen, von dem man hofft, dass er nicht kommt, sondern sie als Normalzustand einstufen“. Neben einer Risikolandschaft, die es individuell für die Unternehmen zu entwickeln gilt, sollten auch Strukturen implementiert werden, sodass Teams wie der Krisenstab gebildet und Aktionspläne bereitliegen und die im Krisenfall verantwortlichen Personen im Vorfeld bereits Trainings und Krisensimulationen durchlaufen haben. Ziel der Unternehmenskommunikation muss sein, dass das Unternehmen in Krisensituationen erklär- und handlungsfähig sind und sich daher bereits frühzeitig vorbereiten.


Autorin: Alena Kirchenbauer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim. Sie ist Sprecherin (zusammen mit Andreas Biesinger) der Young Professionals der DPRG Landesgruppe Baden-Württemberg.


Foto: Andreas Biesinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim und (zusammen mit Alena Kirchenbauer) Sprecher der Young Professionals der DPRG Landesgruppe Baden-Württemberg.
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Arbeitskreis

Krisenkommunikation / Issues Management

Wie kommunizieren in der Krise? Hier kann ein effizientes Themen-/Issues-Management helfen, Entwicklungen und Trends zu erkennen und notfalls vor Krisen zu bewahren. Der Arbeitskreis Krisenkommunikation/Issues Management unter dem Vorsitz von Bernhard Messer, Geschäftsführer Dialog Medientraining, und Norbert Minwegen, Leiter Unternehmenskommunikation und Werbung der Sparkasse KölnBonn, analysiert und diskutiert krisenhafte Entwicklungen und Einzelbeispiele.
 
Die rund 40 Mitglieder aus verschiedenen Konzernen und PR-Agenturen treffen sich quartalsweise in einer geschlossenen Runde. Interessenten können sich an die Arbeitskreisleitern wenden.
 
Kontakt: krisenkommunikation@dprg.de

Ansprechpartner

Norbert Minwegen

Präsident

Tel.:

Bernhard Messer
Dialog Medientraining

Düsseldorf
Tel.: +49 211 4383088