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News / Tweets, Snaps, Chatbots − alles neu durch neue Medien?
04.10.2016   News
Tweets, Snaps, Chatbots − alles neu durch neue Medien?

Was sind die alten, neuen und ganz neuen Social-Media-Kanäle? Wie werden sie heute in der Unternehmenskommunikation genutzt? Was bedeuten sie konkret für Sprache und Sprachkultur der Unternehmen? Ist die Zeit der Redenschreiber vorbei? Oder ganz im Gegenteil? Über diese Fragen hat Andreas Schmidt, Projektleiter Vorstandsauftritte und Führungskräftekommunikation bei der Deutschen Telekom, in seinem Vortrag „Tweets, Snaps, Chatbots – Alles neu durch neue Medien?“ auf der Sitzung des DPRG/VRdS-Arbeitskreises „Sprache und Unternehmenskultur“ am 22. September in Frankfurt gesprochen.

Es gibt viele neue Medien. Noch neuere kommen immer wieder hinzu, und die älteren brauchen Zeit, um in ihrer Funktion und Wirkung ausschöpfend erprobt zu werden. Daher können wir kaum einen vollständigen Überblick über die neuen und neuesten Medien gewinnen.

Der Referent hat exemplarisch sieben Medien erläutert: Facebook (1,7 Milliarden Nutzer weltweit und 27 Millionen in Deutschland) baut das Internet quasi nach, mit vielen Text- Bild- und Film-Formaten aus anderen Kanälen; Twitter (320 Millionen Nutzer weltweit und 12 Millionen in Deutschland) verdichtet Kernnachrichten in 140 Zeichen; Instagram (500 Millionen Nutzer weltweit und 9 Millionen in Deutschland) setzt auf Fotos und gewährt Blicke hinter die Kulissen von Unternehmen und Prominenten; YouTube (170 Millionen Nutzer in USA und 18 Millionen in Deutschland) ist zweitgrößte Suchmaschine nach Google, ein Wissenskanal und eine Bühne für Storytelling im Filmformat; WhatsApp (1 Milliarde Nutzer in den USA) hat eine riesige Verbreitung; Snapchat (100 Millionen Nutzer in den USA und 9 Millionen in Deutschland) wird (noch) eher von jungen Nutzern genutzt, besticht durch schnelle Produktion und löscht die eigenen Inhalte automatisch nach 24 Stunden.

Die Deutsche Telekom setzt auf Digitalisierung und nutzt alle diese Medien – in unterschiedlichen Ausprägungen. Auf der letzten CeBIT hat das Unternehmen seine „Content Factory“ als Plattform für crossmediale Planung und Herstellung von Medieninhalten präsentiert.

Der Referent fasst seine Erfahrungen mit diesen Medien in vier Thesen:

  • Luther würde heute twittern.
  • Lange Texte sind zurück. Sprache bleibt wichtig.
  • Kommunikation ist mehr als Worte. Man kann sogar ganze Nachrichten allein in Form von Emojis erstellen. Und längst werden mehr Videos ohne als mit Ton gesehen.
  • Für Redenschreiber sind goldene Zeiten angebrochen. Denn der digitale Boulevard verlangt nach Personalisierung, nach dem gesprochenen Wort und dem plakativen Zitat.
  • Ist nun alles neu in den neuen Medien? Die Antwort ist ein selbstbewusstes „Nein, aber“. Die neuen ergänzen die alten, aber die alten werden nicht verschwinden – und ihre Stärken sind weiter gefragt.

    Autor: Vazrik Bazil (Foto), Publizist und Berater, Präsident des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS), Leiter des DPRG-Arbeitskreises Sprache und Unternehmenskultur