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News / „Factory“ Berlin: Wo Dinosaurier auf hungrige Entwickler treffen
10.02.2016   Berlin/Brandenburg
„Factory“ Berlin: Wo Dinosaurier auf hungrige Entwickler treffen

Werkbänke gab es für die rund 20 Mitglieder der DPRG Landesgruppe Berlin-Brandenburg in der Berliner „Factory“ nicht zu besichtigen. Dafür eine lehrreiche Begegnung mit den Schöpfern der Industrie 4.0. Der 2014 gegründete, mittlerweile international bekannte Gründercampus auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei bietet auf rund 20.000 Quadratmetern Bürofläche, auf denen junge Startups ihre Ideen entwickeln und mit etablierten Unternehmen aus der „Old Economy“ teilen können.

Profitieren sollen davon beide Seiten, wie Lutz Kampfmann, Marketingchef der Factory, den Gästen erklärte: „Wir verstehen uns als Plattform, die Startups und Konzerne zusammenbringt.“ Die Geschäftsmodelle verändern sich seit Jahren radikal und schnell. Internetkonzerne wie Google dringen in die Reviere der klassischen Autobauer ein. Der US-E-Mobil-Pionier Tesla wird mit eigener Batterietechnik vom Autobauer zum Energielieferanten − und so weiter, so Kampfmann. Wenn die industriellen „Saurier“ gegenüber dieser neuen Konkurrenz bestehen wollen, brauchen sie neue Ideen.

Die Factory versteht sich als Antwort auf diese Herausforderungen aus dem Silicon Valley: „Wir wollen, dass der deutsche Mittelstand eine Zukunft hat.“ Und die könne nur in mehr Digitalisierung und mehr Unternehmertum liegen. So bietet die Factory etablierten Firmen die Möglichkeit, durch Mitgliedschaften die Arbeit der Startups zu fördern und bei Bedarf direkt mit diesen zusammenzuarbeiten.

Gründer können umgekehrt Räume oder einfach nur einen Schreibtisch mieten und ihre Ideen ausprobieren. Zum Konzept gehört auch die Option des Scheiterns – für viele Deutsche noch immer ein Alptraum. Aber auch hier könne man von den USA lernen, so Kampfmann: „Viele US-Investoren sagen, dass sie gar nicht erst einen Gründer unterstützen, der nicht schon einmal Pleite gegangen ist.“

Dass Scheitern zwar kein Makel, aber doch eher die Ausnahme ist, zeigt die Liste renommierter Internetunternehmen, die in der Factory zu Hause sind – oder waren. Wie die Macher des digitalen Aufgabenplaners „Wunderlist“, der nach dem Verkauf an Microsoft für mehr als 100 Millionen Dollar gerade ausgezogen ist. Größer Mieter ist der Streamingdienst SoundCloud. Neben den großen Namen arbeiten auch kleine Firmen in der Factory: das Online-Frauenmagazin EditionF, die Kundensupport-Plattform Zendesk oder das Produktvergleichsforum Versus. In den nächsten Jahren will die Factory in weitere Bezirke Berlins investieren. Zu gründen gibt es noch viel in Berlin.

Thomas Scharfstädt
Beisitzer im Landesvorstand Berlin-Brandenburg und Mitglied im DPRG-Hauptausschuss
Thomas Scharfstädt Technikdialog, Berlin

Hier kommen einige Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: Thomas Scharfstädt, Berlin):

 

 

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