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07.07.2016   News
Thüringen: Professionalisierung durch Vernetzung

Ninette Pett (Foto) von Pett PR aus Gotha will Thüringer Kommunikationsprofis zusammenbringen und denkt schon über eine Landesgruppe im Freistaat nach. Thomas Scharfstädt, Vorstandsreferent der DPRG, hat sie zu ihren Plänen befragt.

Guten Tag Frau Pett, schaut man auf die DPRG-Landkarte ist Thüringen noch ein „weißer Fleck“. Wie wollen Sie das ändern?

Tatsächlich gab es in Thüringen in den vergangenen Jahren nur geringe Vernetzungsaktivitäten zwischen den Akteuren der Unternehmenskommunikation. Das hat sicher damit zu tun, dass die Unternehmen und insbesondere auch die Agenturen ihre Schwerpunkte eher im klassischen Marketing, vor allem in der Werbung sahen. Hier ist die Thüringer Kreativbranche allerdings sehr stark vertreten, zügig gewachsen und professionell unterwegs.

PR war dabei leider ein lange vernachlässigtes Stiefkind. Wir haben 2006 begonnen, die kleinen und mittleren Unternehmen im Freistaat für Pressearbeit zu sensibilisieren – einige Jahre später rückte jedoch erst die interne und externe PR auf die Agenda der Unternehmen. Bis heute betreiben wir verstärkt Aufklärungsarbeit zu den Chancen einer professionellen Kommunikation. Das Umdenken in den Führungsetagen ist spürbar, braucht aber Zeit.

Wie sind die Thüringer Kommunikationsprofis derzeit vernetzt?

Das steht noch ganz am Anfang. Inzwischen gibt es aber auch intensive Bestrebungen der Landesregierung, die Kreativbranche zu fördern und zu vernetzen. Hierzu wurde eigens die Thüringer Agentur für Kreativwirtschaft (ThAK) gegründet. Unabhängig davon gibt es seit dem Frühjahr erste Aktivitäten unter den PR-Verantwortlichen, sich untereinander kennenzulernen und auszutauschen. Dabei ist das Netzwerk des Deutschen Journalisten-Verbandes sehr hilfreich. Zudem wird die Vernetzung mit den angrenzenden Bundesländern derzeit ausgebaut – ich habe in den vergangenen Monaten verschiedene Veranstaltungen der Kollegen besucht und war begeistert von der Tiefe, mit der hier ins Fach gegangen wird. Genau dies ist es, was uns im Thüringen-Netzwerk noch fehlt.

Können Sie uns die Unternehmensstruktur im Freistaat beschreiben?

Neben zahlreichen ‚verlängerten Werkbänken‘ zählen wir hier einige größere Unternehmen, die seit vielen Jahren professionelle Kommunikationsabteilungen unterhalten. Kleine und mittlere Firmen haben nachgezogen. Auch sie beschäftigen vermehrt Kommunikationsverantwortliche für Marketing und Pressearbeit. Diese Generalisten leiden meist unter dem Anspruch, sich in allen Gebieten der Unternehmenskommunikation auskennen zu müssen und dem entsprechend unter einer recht hohen Aufgabenbelastung. Wir bauen seit einigen Monaten die Kontakte zu den Kommunikationsverantwortlichen der Unternehmen sukzessive aus, um hier einen hochwertigen fachlichen Austausch anzustoßen.

Das sind doch eigentlich gute Argumente dafür, sich in der DPRG zu vernetzen.

Ja, gewiss. Da viele PR-Verantwortliche in ihren Unternehmen recht allein dastehen, könnte ich mir gut vorstellen, dass ihnen der Austausch unter Kollegen nützt und dass er begrüßt wird. Dafür liefert das Netzwerk des DPRG meines Erachtens nach eine gute Grundlage.

Wie sieht es mit der Förderung von PR-Nachwuchs-Kräften in Thüringen aus?

Dank unserer Hochschulstandorte können wir uns in Thüringen über Nachwuchs nicht beklagen – hier gibt es bereits Netzwerke für die jeweiligen Schwerpunkte, wie z.B. Design, Kindermedien, Medientechnologie etc. In der PR kann der DPRG einen großen Bedarf stillen, denn unsere jungen Betriebswirtschaftler, Journalisten und Kommunikationswissenschaftler suchen nach Praktika, nach praxisnahem Austausch und Kontakten in die Welt der Unternehmenskommunikation. Allein dies wäre schon ein Grund dafür, sich mit dem Gedanken einer eigenen Landesgruppe auseinanderzusetzen, um unserem Nachwuchs die Türen in die Kommunikationsabteilungen zu öffnen.

Gibt es schon Planungen für den Aufbau eines Netzwerks oder gar einer Landesgruppe?

Tatsächlich gibt es die Überlegung, einen eigenen Landesverband zu gründen. Doch wir wollen nicht den zweiten Schritt vor dem erstem gehen. Im Moment widmen wir uns dem Aufbau des Netzwerks innerhalb des Freistaates und darüber hinaus mit den Kollegen der anderen Landesverbände. Unsere zentrale Lage dürfte dabei helfen, auch im Freistaat qualitativ hochwertige Veranstaltungen erfolgreich durchzuführen. Ich freue mich jetzt erst einmal sehr auf das DRPG-Gipfeltreffen im August im Harz, um Kollegen aus anderen Landesverbänden persönlich zu treffen, die man bislang nur vom Telefon oder vom Bild kannte. Danach werden wir entscheiden, wie wir die Zukunft einer professionalisierten Unternehmenskommunikation in Thüringen maßgeblich mitgestalten können.

Unsere Unterstützung haben Sie dabei. Vielen Dank für das Gespräch, Frau Pett, und viel Erfolg!