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31.10.2016   Baden-Württemberg
„Digital rulez – Really?“ – Vom Umgang mit der Digitalisierung in der Printbranche

Vom regionalen Zeitungsverlag bis hin zum internationalen Automobilkonzern: Digitalisierung stellt Unternehmen jeder Größe vor Herausforderungen. Wie bereits heute Experten aktiv mit dem Thema Digitalisierung im Printbereich umgehen und welche Bedeutung sie Print noch zumessen, erläuterten Peter Rosken von der Audi AG und Stefan Dierkes von SDZ Druck und Medien GmbH bei „Digital rulez – Really?“, einer Gemeinschaftsveranstaltung der DPRG-Landesgruppe Baden-Württemberg und der Wirtschaftsinitiative bwcon am 12. Oktober in Stuttgart.

Peter Rosken ist als Leiter Finanzanalytik, -medien und -veranstaltungen bei der Audi AG unter anderem für den Geschäftsbericht des Konzerns verantwortlich und erlebt hautnah, wie die Digitalisierung die Arbeitsprozesse des Unternehmens verändert. Um es mit den Worten von Audi-CEO Rupert Stadler zu verdeutlichen: „Wir starten die größte Transformation in der Geschichte von Audi: Wir wandeln uns zur digitalen Car Company.“

Dabei rücken Dialog und Content in den Mittelpunkt der strategischen Ausrichtung der Kommunikation. „Fortan orientiert sich unsere Corporate Identity nicht mehr an strengen gestalterischen Regeln, sondern generiert sich über die Inhalte, die wir den unterschiedlichen Interessengruppen zur Verfügung stellen. Dabei sind Kreativität und Vielfalt gefragt. Digitalisierung steht an erster Stelle. Unser Ziel ist es, bis 2025 mit einer integrierten Plattform eine dialogorientierte Beziehung zu allen Interessengruppen herzustellen und permanente Kommunikation zu ermöglichen“, erläutert Rosken.

Print behält seine Daseinsberechtigung

Doch „Digital first heißt nicht Web only“, so Rosken. „Print behält seine Daseinsberechtigung. Jedoch denken wir in Print nun, wie wir in der Vergangenheit Online gedacht haben. Anstatt Online auf Printartikel zu verweisen, setzen wir die Teaser nun in den Printausgaben und locken die Leser für ausführliche Informationen auf die Online-Plattform.“ Letztlich sieht er aber den Content als entscheidend an und nicht die Wahl zwischen Print und Online. Denn trotz der vielen Vorteile von digitalen Lösungen unterstreichen Printprodukte den Premiumcharakter einer Marke und geben dem Leser etwas Handfestes mit nach Hause.

„Sterbebegleiter der Printzeitung“ − mit 84 Lokalseiten

Stefan Dierkes sieht die Zukunft von Print hingegen weniger rosig, bezeichnet sich selbst sogar als „Sterbebegleiter der Printzeitung“. Als Vertreter einer klassischen Regionalzeitung ist diese Haltung zunächst verwunderlich. Zumindest bis man einen Blick auf seine Arbeit wirft: Auch wenn die Schwäbische Post (SchwäPo) im Vergleich der auflagenstärksten baden-württembergischen Tageszeitungen nicht zu den Top 10 gehört, spielt sie online ganz vorne mit – trotz nicht vorhandener Online-Redaktion und niedrigem Budget. Wie kann das sein? „Was uns von anderen Tageszeitungen unterscheidet, ist der hohe Integrationsgrad unserer Online-Plattform“, sagt Stefan Dierkes. „Unsere Digitalproduktion baut auf Automatisierung, User Generated Content und Universalität.“

84 Lokalseiten ermöglichen es den Usern, Informationen speziell für ihre Ortschaft abzurufen, über Vereinsseiten und Leserartikel beteiligen sie sich monatlich mit über 100 Artikeln an der Seite. Darüber hinaus unterstützt eine Software die Redaktion, indem sie Printartikel in einzelne Segmente zerteilt, neu strukturiert webgerecht aufarbeitet. Ergebnis: Die beiden Ausgaben Schwäbische Post und Gmünder Tagespost haben eine Printauflage von 33.000 Stück, erreichen aber mit ihrem Online-Portal 260.000 Unique Users. „Wir haben bereits jetzt das erreicht, was viele Unternehmen gerade versuchen. Doch wir denken schon weiter. Als nächsten Schritt sehen wir die Generierung eines digitalen Marktplatzes, der Content, Community und Commerce vereint“, sagt Dierkes.

Printprodukte als Wegweiser zur Online-Plattform nutzen

Was konnten die Teilnehmer der Veranstaltung jetzt von diesen Vorzeigebeispielen im Umgang mit der Digitalisierungswelle lernen? Kurz: Um im Wettbewerb zu bestehen, kann man sich der Digitalisierung nicht entziehen. Die Entwicklung einer langfristigen Digitalstrategie sollte ganz oben auf der Agenda eines jeden Unternehmens stehen. Online darf jedoch nicht als Substitut für Print gesehen werden. Stattdessen sollte man die beiden Kanäle als eigenständig betrachten und die Inhalte synergetisch aufeinander abstimmen. Dazu ist es nötig, die Aufgabe der Printprodukte neu zu definieren und sie fortan als Wegweiser zur Online-Plattform zu nutzen.

Titelfoto: © AUDI AG

Autorin: Bianca Finkel (Foto), Sympra GmbH (GPRA), Stuttgart

 

 

 

 

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