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13.12.2018   Nordrhein-Westfalen
Die Rolle der Frau zwischen Zukunftsorientierung und Rollback

„Ivanka Trump vervielfachte die Zahl interessierter Journalisten“. Nicht nur diese Erkenntnis teilte Mona Küppers am 22. November beim Talk mit der NRW-DPRG. „Kommunikation für den Deutschen Frauenrat – Die schweigende Stimme der Mehrheit?“ war das Thema des Abends. Mit Mona Küppers war die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats Gast und Gesprächspartner des Abends, Die 63-Jährige erzählte der DPRG-Landesgruppe NRW unter anderem patriarchalische Anekdoten und warum sie so genau Bescheid weiß über die Sache mit Ivanka Trump.

Mona Küppers ist viel unterwegs. Ihre zahlreichen Ehrenämter kann sie ausüben, weil sie Zuhause einen Mann hat, der sie unterstützt. Das erzählt Küppers so, wie es sein sollte: wie das Normalste auf der Welt.

Küppers berichtet von „Glückwünschen“ von Männern nach ihrer Wahl zur Vorsitzenden des Deutschen Segler-Verbands − von Männern, die bis heute nicht mit ihr reden und sich sehnlichst einen Mann an die Spitze des Verbandes zurückwünschen. Aber das stoppt sie nicht auf dem eingeschlagenen Weg: Es hat sie alles nicht bremsen können. Vielmehr wurde sie angestachelt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Vielfalt macht das Leben nicht nur bunt, es bereichert unsere Gesellschaft. Viel sei noch zu tun, 2018 mehr als zuvor. Nicht zuletzt durch erzkonservative Strömungen verliert die Rolle der Frau an Bedeutung in der Gesellschaft. Küppers beobachtet diese Tendenzen sorgenvoll, besonders mit Blick auf die Europawahl 2019.

Somit ist die Rolle des Deutschen Frauenrates und all seiner Mitgliedsverbände mehr denn je eine wichtige und es gibt Erfolge, auf die sie stolz verweisen kann: Der Frauenrat bringt stellvertretend für seine 60 Mitgliedsorganisationen seine Positionen unter anderem auch in Gesetzgebungsverfahren ein. Zuletzt in die Gesetzgebung zum neuen Sexualstrafrecht, bekannt unter „Nein heißt Nein“, mit dem sexualisierte Übergriffe strafrechtlich schärfer geahndet werden können als zuvor.

Ein Höhepunkt ihres bisherigen Wirkens für Gleichberechtigung war die Ausrichtung des W20-Gipfels in Berlin 2017. Der Deutsche Frauenrat, ein überparteilicher, überkonfessioneller Verband, der Interessen von etwa zwölf Millionen Mitgliedern aus Deutschland bündelt, wurde gemeinsam mit dem VdU mit der Durchführung betraut.

Noch nie habe ein G20-Vertrag so viel die Handschrift der W20 getragen, wie die Abschlusserklärung 2017, sagt Küppers. Das sei ein Erfolg gewesen, der von vielen Medien gar nicht aufgegriffen wurde. Und das, obwohl die Teilnahme der US-Präsidententochter Ivanka Trump dazu führte, dass die Zahl der Journalisten sprunghaft um mehrere Hundert anstieg.

Eine weitere Erkenntnis des Abends war, dass Frauen sich oftmals zu zurückhaltend selbst vermarkten. Die laute Selbstdarstellung mancher Männer ist für die Karriere dienlicher, als die Zurückhaltung vieler Frauen, trotz besserer Leistungen. Das unterschiedliche Kommunikationsverhalten wurde auch in der Publikumsdiskussion deutlich: die Fragerunde nutzten vor allem die männlichen Zuhörer. Sie drückten ihren Unmut darüber aus, dass in der Kommunikationsbranche mehrheitlich Frauen arbeiten, sich das aber nicht in den Führungspositionen niederschlage. Der weibliche Nachwuchs der DPRG-Studierendengruppe von der Westfälischen Hochschule suchte erst im Anschluss das persönliche Gespräch über Gleichberechtigung mit der Ratsvorsitzenden.

Foto: Mona Küppers (2.v.l.), hier mit Vertreterin und Vertretern des Vorstandes der DPRG-Landesgruppe in NRW, stellte sich im Essener Sheraton den Fragen der knapp 30 Gäste.

 

Landesgruppe

Nordrhein-Westfalen

Mit mehr als 400 Mitgliedern stellt Nordrhein-Westfalen die meisten DPRG-Mitglieder eines einzelnen Bundeslandes. Ebenso vielgestaltig wie die Regionen ist auch das Spektrum der PR in diesem Land, das von Großunternehmen der klassischen Industrien bis zu spezialisierten Start-ups, Verbänden und Kommunikationsberatern reicht. Im Schnitt erhalten unsere Mitglieder in NRW damit alle sechs Wochen eine Einladung: Unternehmensbesuche, Talk-Runden, Blicke in die Organisation und Strukturen der PR-Verantwortlichen von Verbänden oder Institutionen. Im Vordergrund steht für uns der fachliche und persönliche Austausch: Das Voneinander-Lernen und Netzwerken hilft auch Mitgliedern, die keinen großen Stab an Experten hinter sich haben, stets fachlich „up to date“ zu sein.

Kontakt: nrw@dprg.de

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