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27.02.2019   Nordrhein-Westfalen
Digitaler Wandel und Künstliche Intelligenz − Jahresauftakt der DPRG NRW in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Der Jahresauftakt der DPRG in Nordrhein-Westfalen hat in diesem Jahr in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen stattgefunden. Im historischen Landeshaus in Düsseldorf begrüßte DPRG-Landesvorsitzender Udo Seidel am 13. Februar rund 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft zum Themenabend „Digitaler Wandel und Künstliche Intelligenz“. Referenten waren Andreas Lautz, Gruppenleiter Medien- und Netzpolitik in der Staatskanzlei, sowie Giovanni Bruno, CEO der Berliner Agentur fokus digital.

Andreas Lautz referierte zwei bewusst provokante Thesen, die Denkanstöße für die Diskussion lieferten. Seine erste These zeichnete ein Bild von einer Medienlandschaft im radikalen Umbruch: „Wenn wir nicht aufpassen, dann haben wir in wenigen Jahren keine Zeitungen mehr mit lokalen Inhalten, seien sie gedruckt oder online; dann haben wir keine privatwirtschaftlich finanzierten Radios mehr mit lokalen Informationen“. Gebraucht würden im Wettbewerb alternative Finanzierungswege und neue Geschäftsmodelle. Die Landesregierung befasse sich auch mit Ansätzen zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit von Journalismus, erklärte Lautz. Dabei müsse die Unabhängigkeit der Medien jedoch immer die höchste Priorität haben. Mit seiner zweiten These warnte er, dass die deutsche Medienbranche beim Thema Künstliche Intelligenz „ins Hintertreffen“ zu geraten drohe, schaue man auf die gewaltigen Investitionen, die Akteure wie Google, Facebook und Amazon in diesem Feld tätigten.

Was genau sich hinter Künstlicher Intelligenz versteckt, welche Möglichkeiten Konzerne schon heute mit gesammelten Daten haben, darüber gab Giovanni Bruno einen Überblick. In seinem Vortrag zeigte er, wie weit Algorithmen bereits fortgeschritten sind: „Schon heute erkennen sie beispielsweise innerhalb von wenigen Sekunden, welche Intention ein Website-Besucher hat.“ Über die Datenmengen ließen sich nicht nur persönliche Angaben wie Interessen, demografische Daten und Soziografie herausfinden, sondern gleichzeitig auch Intentionen und bisheriges Nutzerverhalten, die über den Abgleich von historischen Daten ermittelt werden. Vorläufiges Ziel dieser Entwicklung sei eine digitale Intelligenz, „die weiß, was wir uns wünschen, bevor wir es uns wünschen“, so Bruno. Mit seinem Beitrag zu Künstlicher Intelligenz und Algorithmen verknüpfte er einen Appell für alle Kommunikatoren: „Kein Zweck heiligt die Mittel“. Nur weil etwas technisch möglich sei, müsse es nicht angewendet werden.

Über die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen: Die Aufgabe dieser obersten Landesbehörde ist es, Ministerpräsident Armin Laschet bei der Festlegung und Umsetzung der politischen Richtlinien sowie in seiner Funktion als Repräsentant des Landes Nordrhein-Westfalen zu unterstützen. Der Sitz des Ministerpräsidenten und der Staatskanzlei ist das historische Landeshaus am Rheinufer in Düsseldorf. Es ist seit fast 110 Jahren ein Ort von Politik und Verwaltung.

Titelfoto: Herbert Lumer, Ständiger Vertreter der Abteilungsleitung des Landespresse- und Informationsamtes, Timo Krupp, stellv. Vorsitzender DPRG-NRW, Giovanni Bruno, CEO fokus digital, Andreas Lautz, Gruppenleiter Medien- und Netzpolitik in der Staatskanzlei und Udo Seidel, Vorsitzender DPRG-NRW.

Andreas Lautz Udo Seidel Herbert Lumer, Timo Krupp, Giovanni Bruno, Andreas Lautz und Udo Seidel (v.li..re.) Giovanni Bruno

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Mit mehr als 400 Mitgliedern stellt Nordrhein-Westfalen die meisten DPRG-Mitglieder eines einzelnen Bundeslandes. Ebenso vielgestaltig wie die Regionen ist auch das Spektrum der PR in diesem Land, das von Großunternehmen der klassischen Industrien bis zu spezialisierten Start-ups, Verbänden und Kommunikationsberatern reicht. Im Schnitt erhalten unsere Mitglieder in NRW damit alle sechs Wochen eine Einladung: Unternehmensbesuche, Talk-Runden, Blicke in die Organisation und Strukturen der PR-Verantwortlichen von Verbänden oder Institutionen. Im Vordergrund steht für uns der fachliche und persönliche Austausch: Das Voneinander-Lernen und Netzwerken hilft auch Mitgliedern, die keinen großen Stab an Experten hinter sich haben, stets fachlich „up to date“ zu sein.

Kontakt: nrw@dprg.de

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