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Rege Diskussion über die Erfolgsfaktoren der M&A-Kommunikation: Florian Martens, Daimler

Markus Weik, FTI Consulting; Julia Piaseczny, networking nite Frankfurt

Teilnehmer beim Get-together

30.05.2012

Frankfurter networking nite

„Schmiermittel für den M&A-Erfolg“

von Anne Tessmer, networking nite Frankfurt

Für die Einen sind sie letzte Rettung, den Anderen sichern sie strategisches Wachstum – M&A (Mergers and Acquisitions) gehören heute zum Standardrepertoire der Unternehmensentwicklung. Wie Kommunikation M&A zum Erfolg führt, diskutierten die Referenten und Teilnehmer der Frankfurter networking nite am 1. März in der Agentur FTI Consulting.

„M&A ist nicht gleich M&A – das gilt auch in der Kommunikation“, erklärte Markus Weik, Senior Executive bei FTI. Er gab einen Überblick über die Spielarten von M&A und ihre kommunikativen Herausforderungen, vom Merger of Equals bis zur feindlichen Übernahme. „Oberste Regel: Die Kommunikation darf den Deal auf keinen Fall gefährden“, betonte Weik. Rund um die Transaktion müsse der Kommunikationsmanager eine Reihe von Zielgruppen im Blick haben: Gesellschafter, Mitarbeiter und Kunden der beteiligten Unternehmen, Politiker vor Ort sowie Journalisten. Um in den Medien mitzureden, sollte er glaubwürdig und schnell informieren. Weiks Erfahrung in der Medienarbeit bei Transaktionen: „Journalisten wissen, dass sie instrumentalisiert werden. Solange sie valide Nachrichten erhalten, ist das für sie kein Problem.“

Preisfantasien in der Presse zerstört
„Kommunikation ist das Schmiermittel im M&A-Prozess. Ich muss erkennen, wo ich mit der Ölkanne reintropfen muss, damit der Deal geschmeidig läuft“, erklärte Florian Martens seine Aufgabe. Er leitet die Finanz-, Personal- und Politik-Kommunikation des Automobilherstellers Daimler. Martens berichtete von den Kommunikations-Hürden und -Erfolgen beim Kauf des Friedrichshafener Motorenbauers Tognum 2011. Daimler hatte die Tognum AG gemeinsam mit dem britischen Wettbewerber Rolls-Royce übernommen – eine „freundliche“ Übernahme, wie Martens betonte. Er und sein Team überzeugten die Tognum-Mitarbeiter und das Management früh von den strategischen Chancen der Übernahme. „Von da an ging es nur noch um den Preis“, berichtete Martens. Im Fokus der Kommunikation standen damit die Tognum-Aktionäre. Mit geschickter Pressearbeit zerstörte Martens deren Fantasien eines höheren Preises. Am Ende sammelten Daimler und Rolls-Royce 99 Prozent der Aktien ein.

Rund um die Uhr reaktionsfähig
„Was war erfolgsentscheidend?“, wollten die Nachwuchskommunikatoren wissen. Hohe Ausdauer und ein gutes Team, so das Fazit von Martens. „Das wichtigste Instrument war die Conference-Call-Nummer unserer interdisziplinären Working Group.“ Bei einer internationalen Übernahme wie im Fall Tognum müsse die Kommunikation rund um die Uhr reaktionsfähig sein, ergänzte Markus Weik, der Daimler im Prozess unterstützt hatte, „notfalls auch am Wochenende.“ Crossboarder Transaktionen nehmen zu. Für die Daimler-Kommunikatoren hieß die Kooperation mit den Briten, in der Strategie nationale Befindlichkeiten zu berücksichtigen und in der Umsetzung alle Dokumente stets in mehreren Sprachen aktuell zu halten. Die geglückte Übernahmekommunikation habe aber auch viel Spaß gemacht: „Wenn die entwickelten Szenarien genau so funktionieren, hat sich der Aufwand für die Szenario-Analyse gelohnt“, berichtete Weik. 


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